Samstag, 27. Dezember 2008

Riga.

Vorwort.
Es ist November und ich bekomme Besuch. Diesmal sollte Stoff aus Stuttgart angereist kommen. Und damit meine ich nicht Stoff in Allgemeinen, sondern Stefanie. Aber Stoff in Form von Alkohol hatte sie natürlich auch dabei. Und das war auch gut so, denn den Gang zum Systembolaget wollte ich mir und meinem ungefüllten Portemonnaie ersparen. 
So kam sie voll bepackt mit einem riesen Koffer, in dem ich dann im Gegenzug zum mitgebrachten Alkohol weiteres lästiges Übergepäck meinerseits mit geben konnte, welch Erleichterung. 
Die Woche startete mit den obligatorischen Spaziergängen in und rund um Linköping. Diesmal anders: das Wetter. So einen Nebel habe ich noch nicht gesehen. Alles sah irgendwie total gespenstig aus. Wuaah. Gruselig.  Aber so ein Spaziergang verlangt auch nach einer leckeren Tasse Tee, die wir nicht verschmähten und auch den ein oder anderen Chai Latte. Lecker. Den hab ich in der Zeit richtig lieb gewonnen.

Hauptteil. 
So aber nun zum interessanten Part, damit ihr mir hier nicht einnickt (keine unnötigen Details, nicht wahr). Am Freitag sollte dann eine Party bei Mascha steigen, eine so genannte Korridorparty, die 
wir auf keinen Fall verpassen wollten. Auch der am nächsten Tag geplante Riga-Trip sollte und nicht davon abhalten. Lange Geschichte kurz: Wir haben eine halbe Stunde geschlafen und uns 5 Uhr mit dem Auto nach Skavsta Airport aufgemacht. Von da aus dann 40min mit dem Flieger nach Riga. Dort angekommen sogar Zeitverschiebun
g, ne ganze Stunde, und damit Startschuss zum Frühstück. Dem heißersehnten. Nachdem wir unser European Frühstück in einem
 Cafe in der Altstadt verspeist hatten geschah etwas für uns total Unerwartetes.  Die Kellnerin stellte auf jeden Tisch Gläser natürlich gemessen an der Personenanzahl. Eine zweite folgte Ihr. Zunächst dachten wir, sie würde uns ein Wasser zu Kaffee reichen. Jedoch sprach dagegen das Argument, dass unser Kaffee schon längst leer war. Ok. Wir warten mal ab. In den Händen der zweiten Kellnerin befand sich jedoch keine Flasche Wasser, sondern bester Asti Sekt. Die vorläufige Skepsis unsererseits, wir müssten womöglich den Sekt bezahlen (man weiß ja nie wie Lettlands kulturelle Gegebenheiten so sind), verflogen schnellstens als wir nachfragten wie, warum und sowieso. Denn 2 Männer aus Wilna dachten sich sie müssten eine Lokalrunde Sekt geben. Denn wir waren nicht 
die Einzigen, die beglückt wurden. Meine Neugier konnte jedoch kaum in Zaum gehalten werden. Und so musste ich es tun. Claudia und ich gingen zu den zwei Herren, bedan
kten uns und beglückwünschten sie zu whatever. Doch es gab nicht zu gratulieren. Denn sie meinten als Grund der Lokalrunde: Nur mal so, weils Spaß macht. Hm Nagut, wenn mans braucht. Uns wollten sie dann auch noch zu weiteren Köstlichkeiten einladen und am liebsten noch den ganzen Tag begleiten. Doch wir lehnten dankend ab. und machten uns zu unserer Riga-Besichtigung auf. Geplant war ein schöner Spaziergang durch die UNESCO gekrönte Altstadt, durch wunderschöne Parks und entlang zahlreicher Denkmäler und Statuen. Denn wenn eins sicher ist, dann dass die Rigaer abermillionen an gemeißelten Köpfen in Stein zu bestaunen haben.  Nicht schlecht, Herr Specht. 

Nachwort.
Nun noch eine kurze Bewertung meinerseits. Besonderes Lob gilt, tada - drommelwirbel, dem
Wetter. Wunderschöner Sonnenschein versüßte uns das kalte Klima des Baltikums. Danke. 
Außerdem erstaunte uns die mit Jugendstil-Villen vollgepackte Altstadt. Auch ein paar Backsteinbauten schummelten sich 
dazwischen. Das darin zu begründen ist, dass die Stadt Riga von Bremer Handelsleuten gegründet wurden ist. Das wiederum konnte man in einer weiteren Statue sehen, die der Bremerstadtmusikanten. Noch ein kleiner Insider zum Schluss: außerdem erfreuten wir uns an stilvoll eingerichteten italienisch anmuten den FastFood Restaurants. Am Abend ging es dann wieder zurück in den Flieger und ab nach Stockholm. Den Sonntag schön in Stockholm ausklingen lassen und dann zurück in heimige Gefilde. 

Mittwoch, 3. Dezember 2008

fika.

Schon oft erwähnt, doch jetzt sollte die sagenumworbene Fika ihren eigenen Post bekommen. Vorher noch ein Geständnis: Ich mag sie sehr.

Ja, es ist eine schöne Tradition. Wesentlicher Inhalt sind: Kuchen, Kaffee und Kesellschaft. Wer kennt sie nicht die 3 K's. Bei uns im
Korridor war sie vor einiger Zeit vorübergehend abgeschafft. Jemand muss sich halt drum kümmern. Lange Geschichte kurz: Wir haben sie wieder eingeführt. Und schon war der sonntagliche Abend gefüllt mit Kaffee und Tee sowie herrlichen Kuchenduft.

Zu meiner Fikapremiäre backte ich zusammen mit Freunden einen leckern Fan
takuchen. Typisch deutsch halt. Dachte ich. Und tatsächlich: keiner kannte ihn. Und alle haben kräftig zugeschlagen. Unser Chinese Lu hat sich das auch nicht
entgehen lassen und seine Stäbchen nicht verschont. Ja richtig. Er hat den Sahnekuchen doch glatt
mit seinen liebsten Begleitern gegessen. Wie ihr auf dem Foto sehen könnt.

Neben Kuchen und Kaffee durfte Spiel und Spaß nicht fehlen. Nach einiger Überzeugungsarbeit wurde dann auch mal der Fernseher ausgeschaltet und zu gesellschaftlichen Spielen übergegangen. Ganz oben auf der Hitlist Tabu und Who is Who (ihr wisst schon das Spiel mit den Zetteln auf der Stirn). Zu einem Spiel konnte ich jedoch kaum Leute überzeugen: Scharade. Warum eigentlich nicht? Das ist doch sooo witzig. Naja, manche müssen das wohl noch erkennen. Damn.

weitere beliebte und gebackene Kuchen:
  • Kladkaka
  • Adventskuchen
  • Lucikatten (besonders im Advent)



Bio.

Nein, es geht nicht um biologische Lebensmittel und den neuen Trend jetzt alles mit dem Siegel Bio zu kaufen, um sein ökologische Gewissen zu beruhigen. Es geht ums Kino, denn das nennt man hier in Schweden und zu eurer wahrscheinlichen Verwunderung: Bio.

Ja, ich habe es getan. Ich habe ein schwedisches Kino betreten. Aber es ist kaum anders. Unterschiede zeigen sich nur in der Sprache und im Popcorn, das ist nämlich gesalzen. Bäh. Aber zu meinem Erstaunen finden die Schweden süßes Popcorn total eklig. Waaas? Ich versteh die Popcorn-Welt nicht mehr. Aber wir haben uns darauf geeinigt, dass es wohl Gewohnheit sein muss (Anmerkung meinerseits: gesalzenes Popcorn zu mögen).

Patrick 1,5.


Mein erster Schwedischer Film in Schwedisch. Aaah. Und das schon im Oktober. Ich war ein wenig nervös, ob ich überhaupt was versteh. Da war ich mit meinen 2 Mitbewohnern Lasse und Sofia und deren Freundin Linnea. Der Film handelt von einem schwulen Paar, welches gerne ein Kind haben möchte und dieses adoptieren möchte. Als sie dann endlich die Zusage für Patrick ein 1,5 Jahre alter kleiner Junge bekommen, sind die beiden überglücklich. Doch wie so oft sollte alles anders kommen, als gedacht. Das Komma bei 1,5 war dort nur versehentlich, und in Wirklichkeit war Patrick 15, schwulenfeindlich, vorbestraft ... die ganze Palette. Die Geschichte nimmt seinen Lauf.

Der Film war, trotz dass ich nur den Smalltalk Wort für Wort verstanden habe (den Rest dann eher im Zusammenhang), sehr witzig. Und so entschloss ich mich, nun doch nicht vor schwedischen Filmen Halt zu machen, sondern ruhig auch mal mir schwedische Filme in der Landessprache anzusehen. Darauf folgt dann nämlich auch der zweite Film:

Låt den rätte komma in.

Diesmal mit meiner Tandempartnerin Lisa. Ein sehr nettes Mädel, frische 18 Jahre alt und willig Deutsch zu lernen. Denn sie will dann auch im Januar nach Düsseldorf für ein Praktikum. Wir treffen uns so alle 1,5 Wochen auf nen Kaffee, um Deutsch und Schwedisch zu reden. Und um bei den Hausaufgaben zu helfen. Diesmal wollten wir aber was Spaßiges machen und gingen so ins Kino. Lisa hatte zudem noch in einem Literaturwettbewerb 2 Kinokarten gewonnen und lud mich ein. Dazu gabs noch Godis (Süßigkeiten) und perfekt wars.
Der Film war etwas anders als der Erste. Diesmal eine undefinierbare Mischung aus gruselig und süß. Denn es drehte sich haupsächlich um 2 kleine Kinder (nagut sie waren schon so 13), wovon das Mädel ein Vampir war. Die Liebesgeschichte war echt sehr süß. Aber manchmal bin ich schon ein wenig aufgeschreckt. Allgemein war der Film voll schöner Winterbilder Schwedens. Sehr idyllisch. Und sehr 80er. Es wurde allgemein nicht massig viel gesprochen. Aber wenn was gesagt wurde, hab ichs doch tatsächlich verstanden. Toll-

Noch für die Neugierigen, die sich mal einen schwedischen Film anschaun wollen. Hier noch ein paar Exemplare, die ich auf DVD mit englischen Untertiteln gesehen habe:
  • Jalla! Jalla!
  • Änglagård
  • Så som i himmelen
Viel Spass.