Freitag, 28. November 2008

Mein erster Besuch. Teil 2.

Nach unserer langen Fahrradtour, hier das dann abends entspannen. bei Essen und Trinken. Der Samstag stand dann im Zeichen des Shoppens. Linköping City. Und abends dann Party! Und das auch noch in unserem Korridor! Lasse meinte wir sollten mal ne kleine Party machen. Ja, okej. Er hat danna uch unzählige Leute eingeladen. Ich dachte da eigentlich an ein gemütliches Get Together, weil es am nächsten Morgen ja weiter nach Stockholm gehen sollte. Naja. Wie soll ich sagen. Die Party war gut. Viel Alkohol und witzige Gespräche. Für Kathrin ein wenig zu viel Wodka und komische Österreicher. Nicht wahr? Und ein wenig zu viel nackte Haut und Stösschen. Nichtsdestotrotz hieß es am nächsten morgen: Packen, frühstücken und ab in den Zug. Hat auch alles super geklappt. Unseren Kater hat man uns kaum angemerkt *hust. Und pünktlich zur Eincheckzeit waren wir da. In unserem Hostel (Skanstull Vandrahem). Dieses ist sehr zu empfehlen. Nichts täuscht hinweg über Free Pasta und Internet. Auch die Zimmer und anderen räumlichen Gegebenheiten sind gut ausgestattet. Unser Aufenthalt würde sich in kurzen Worten mit: viel Spiel, Spaß und Bewegung, beschreiben. Aber das wollen wir natürlich ein wenig genauer wissen.

Spiel.

Nicht geht über Kniffel und (Räuber-)Rommee. Diese 2 Haupstpiele erferuten uns Tag für Tag. Manchmal kam noch ein StadtLandFluss dazwischen. Der Versuch Wizzard zu spielen scheiterte. Ja ich will sagen an mir. Einfach viel zu müde mir noch ein neues, unbekanntes Spiel anzulernen, ließ mich immer wieder auf die alten gewohnten zurückgreifen. Gewonnen hat sicherlich jeder mal.

Spaß.

Tage gefüllt mit schlechten Wortspielen, Lachkrämpfen über sinnloses Zeug und unwitzige Situationen, die dann doch sauwitzig waren. Ja so war es. Danke ihr beiden. Wir sind ohne Zweifel Witzkompatibel. (Keine Widrrede Kathrin) Noch ein kleines Schmankerl für die Insider: "debaduda-da-de-dabendada." Ich schmeiß mich echt heute noch weg. Witzig.

Bewegung.

Ich drücks mal so aus: Wir sind überdurschnittlich viel gelaufen. Wir haben in den 3 1/2 Tagen Stockholm nie die Tunnelbana oder sonstige öffentlichen Verkehrsmittel benutzt (außer zu An- und Abreise) sondern wir haben auf traditionellen Wege die stadt erkundet. Insgesamt 3 (durch den Reiseführer empohlene) Spaziergänge sind wir abgelaufen. Der erste war auf 30 Minuten angelegt, dauerte aber denke ich 2 Stunden. Södermalm war das Ziel. Fazit: Wunderschöne Ecken ("hier Wohnen? Ja!"), Wahnsinnsaussicht ("wow.") und müde Beine. Der Zweite führte uns durch die Innenstadt und Gamla Stan. Dieser war auf 90 Minuten angelegt und ihr könnt euch vorstellen was das bedeutet. Ein letzter dann noch auf Djurgården, den wir jedoch vorzeitig abbrechen mussten,w eil es einfach zu viel war. Abgerundet wurden die Tage dann stets mit einem leckeren Pastagericht, jeweils in einer anderen Variation. Lecker. Schöne Tage in Stockholm.

Donnerstag, 20. November 2008

Mein erster Besuch. Teil 1.

Endlich wieder normale Leute. Diesen Satz ohne ein Lächeln zu schreiben, ist unmöglich. Wahrscheinlich ist die mitschwingende Ironie der Grund. Aber man weiß ja nur allzugut, dass in jeder Ironie auch ein Stück Wahrheit steckt.
Es war ein Unfall. Nein, ich re
de hier nicht von einer ungewollten Schwangerschaft. Aber auch bei dieser sagt man zumeist danach, ein glücklicher Unfall. (nicht wahr, Mama) Und so auch hier. Aus einem versehentlich gebuchten Flug für 2 Personen im Zeitraum vom 15. Bis 22. Oktober wird ein toller Urlaub. Und ich bin auch nicht böse darum, dass sich dieser von vorher geplanten 3 Tagen auf 7 verlängert hat. Glücklicherweise sollte sich herausstellen, dass genau in dieser Woche, für mich eine freie Woche beginnt. Eine Woche ohne Uni, ohne Prüfungen (obwohl es die offizielle Prüfungswoche ist, verrückt) und ohne Verpflichtungen.

Es war Mittwoch. 17Uhr, als ich leicht verspätet am Bahnhof in Linköping Morten und Kathrin abholte. Die Koffer gefüllt mit Präsenten und Flüssigkeiten machten mich noch glücklicher als ich ohnehin schon war. Abends gabs dann gleich noch lecker Köttbullar med potatis, brun sås och broccoli. Nachdem wir vollgegessen auf dem doch so weichen und gemütlichen Sofa lagen folgte noch der obligatorische Wodka mit Gurke. (Danke Micha fürs Rezept, es hat Anklang gefunden.) und Lasse gesellte sich noch zu uns. Ein schöner erste Abend.


Universitetet und Valla.

Am nächsten Tag hieß es dann für mich doch noch mal zur Universität zu gehen, um meine Tandem Partnerin zu treffen. Die beiden Turteltäubchen schauten sich derweilen den Campus an und später treffen wir uns noch zu einem Spaziergang durch das Naherholungsgebiet Valla, was gleich

hinter der Universität liegt. Ich war vorher noch nicht da und somit noch er

freuter wie schön erholsam es dort ist. Tiere, See, Wald, Reiterhof – Idylle. Und Kathrin lern

te einen neuen Freund namens Pferd kennen, mensch das war vielleicht fotogen. Es hat mit der Kamera geflirtet. Als das Pferd. Und anhänglich war es. Auf Schritt und Trip. Mit einem Spaziergang durch den Wald zu Gamla Linköping gings dann weiter. Und dann ab in die Stadt. Man

sind wir viel gelaufen. Der Abend sollte was Besonderes für uns bereithalten.


Eishockey.

Ein Eishockey Spiel, der ersten Klasse, ähh Liga. Linköping HC. Live im Cloetta Center. Ich habe für meinen Teil vorher noch nie Eishockey geschaut und war sehr gespannt ob ich beispielsweise den Puck sehe, ob ich die Regeln verstehe, und wie war das noch mal mit den berüchtigten Schlägereien an der Bande. Spannung. Eingelaufen ist das Team mit einem Feuerspektakel (während die Gegner wie durch einen Hintereingang unauffällig das Feld betraten), dann wie üblich ein junges Mädel dass die Nationalhymne singt. Tolles Spiel, mit vielen Ooohs und Wooows. Toll wie die da übers Eis gleiten. Ich bin beeindruckt und entscheide, dass es nicht das letzte Mal war. Danach sind wir natürlich noch heim gelaufen wie nicht anders zu erwarten geschätze 15km haben uns unsere Beine an diesem Tag getragen. Und das in dem Alter. Schnell ins Bett.


Bergs slussar.

Die Schleusen des Göta Kanals in Berg. Ein weiteres Ausflugsziel. Und diesmal per Rad. Dank glücklicher Umstände haben wir von Tine und Anne (danke noch mal) 2 Fahrräder ausgeliehen bekommen. Und bei allerschönstem Wetter radelten wir zum Roxen, einem See. Die Tour gestaltete sich ein wenig schwedenfremd. Denn nicht wie sonst totale Idylle, führte der Fahrradweg diesmal am Highway entlang. Aber wenn man auf die andere Seite schaute entschädigte das auch wieder. Dort angekommen hatten wir unsere vorher zubereiteten Baguettes zum Verzehr griffbereit. Toll. Dann ab nach Hause.

Montag, 10. November 2008

Kükenfest für alle.

Unter der Kategorie: 10 things you should not wear in Sweden - heute Part 1 (von hoffentlich 1). Geschehen an einem Tag im Oktober. Ahnungslos. Völlig überraschend.

So. Den HdM Studenten muss ich wohl kaum erklären, was das Kükenfest ist. Aber ich will es dem Rest der Welt nicht vorenthalten: Also, jedes Semester flüchten sie aus den mütterlichen und väterlichen Nestern, um in die Welt zu ziehen und Wissen zu erlangen. Unerfahren und voller Tatendrang. Die Erstsemester. An der HdM nennt man diese Küken, passend zu den Charakteristika jener. Und demenstprechend muss gefeiert werden. Die Party ist meist wild, mit vielen Beschmutzungen und einer Tortur durch einen Parcour, der seines gleichen sucht. Außerdem bekommt man noch ein wunderschönes - halbjährlich aktuelles - T-Shirt. Dieses ist nun auch der Mittelpunkt dieses Posts.

Ich dachte mir frühs, dass ich ja auch mal mein Kükenfest T-shirt anziehen könnte. Wahrscheinlich hab ich mir nichts wirklich dabei gedacht, und es angezogen, weil es gerade oben lag. Abends hatte ich dann noch Vorlesung. Schwedisch. Und dachte ich kanns ja ruhig anlassen. Sieht ja auch ganz schick aus. Als ab an die Uni.
Später bin ich dann nach Hause und der Hunger trieb mich in die Küche. Und da war auch Lasse - mein Mitbewohner. Ein wenig skeptisch machte mich sein Blick auf mein T-Shirt. Der Gesichtsausdruck wandelte sich beim Lesen in ein lachendes Gesicht. "What is this?" he said. Ich sagte nur ein Shirt meiner Hochschule. Er brach in Gelächter aus. Später kam dann noch Sofia in die Küche. Als Lasse zu ihr meinte: "Take a look at Katrin's shirt " wurde ich noch skeptischer. Und als sie dann auch noch grinste, wollte ich es wissen. Doch Lasse kam mir zuvor. "Do you know what Kuken means in Swedish" (Anmerkung: Es wird Kuken geschrieben, aber Küken ausgesprochen, gibt ja hier kein ü) Ich so: "Nein." Ja, als dann die Antwort kam: "dick, or pen**" war mir alles klar. Ich laufe hier mit einem, ich weiß gar nicht ob ich es aussprechen kann, Penisfest-Shirt rum. Super. Großartig. Peinlich. Das erklärt im Nachhinein auch, warum mich meine Schwedisch-Lehrerin so komisch angeschaut hat. Und ich saß auch noch direkt vor ihr. Peinlich sag ich euch. Aber schon wieder so peinlich, dass es wieder lustig ist. Lasse philosophiert jetzt immer was das eigentlich für eine Party sein könne, und schreibt wild an unser Bord: Kükenfest für alle. Naja. Er hat Spaß dran. Und ich glaube er will sich das Shirt auch mal ausleihen. Andere meinte ich solle es mal auf nen Kravall anziehen und die Reaktionen abwarten. Sollte ich so wagemütig sein und es im Rausch tun - ich werde euch ggf. berichten. An dieser Stelle vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Sonntag, 2. November 2008

Frauenfußball.

Samstag der 11.10.2008 Wir nähern uns langsam dem November!

Jetzt wirds sportlich. Kurz entschlossen machten wir uns auf Fußball zu schaun. Live. Erste Liga. Frauen. Ja. Und das noch für umme. Verrückt.

Angekommen im Fußballstadion wurden wir ein wenig enttäuscht. Leere Ränge? Waren wir schon wieder zu früh? Oder was ist los. Auf dem Feld liefen sich schon die Frauen warm. Wir suchten uns einen Platz auf der Tribüne um einen guten Blick zu erhaschen. Wunderschöne Präsentation der Nationalhymne (Du gamla, du fría), Gänsehaut. Am Feldrand liefen Reporter und Kameramänner auf und ab. Komisch, kaum Zuschauer aber im Tv wirds übertragen. Vielleicht waren alle verhindert zu kommen, und hatten so die Möglichkeit es im Fernsehen zu schaun. Eine wilde Theorie die keine festen Standbeine hat. Denn möglicherweise genießt Frauenfußball auch hier im Land der Geschlechtergleichberechtigung (oh mann gibts das Wort? Wisst ihr was ich meine?) wie in allen Ländern nicht so eine hohe Popularität. Aber paradoxerweise verdienen die Fußballerinnen ihr täglich Knäckebrot damit, also doch professionell. Hm. Wie jetzt. Alles in allem waren so ca. 800-900 Menschen beim Spiel gegen Malmö da. Am Anfang noch schön die Sponsorenpräsentation (aufgefallen: Die Trikots sind gerade zu zugegepflastert mit Sponsoren) noch ein Paar Präsente für die Fußballerin des Jahres ecettera pp. Dann gings los. Naturellement, ich nehms mal vorweg, hat Linköping gewonnen. Aber man konnte schon einen Unterschied zum professionellen Männerfußball erkennen. Und wie ich später noch in einem Gespräch mit einem Schweden herausfand, ist dieser, seiner Meinung nach, enorm. Er behauptete er könne, trotz dass er nie in einem Verein gespielt hat, bei den Frauen der Ersten Liga mithalten. Also sowas. Meine verletzte Frauen-Fußball Seele fühlte sich leicht angekratzt.
Noch mal zum Spiel oder eher zur Pause. Ein wenig durchgefroren holten wir uns einen Kaffee und es kam tatsächlich zu einem Gespräch mit dem Verkäufer (in Schwedisch!) Ich konnte ihn verstehen und auch antworten, dass ich auch mal Fußball spielte, jetzt aber hier studiere...blabla. Toll.

Resumee des Tages: Ich will mal wieder Fußball spielen! Wer will auch?

Samstag, 1. November 2008

Ganz Schweden backt.

Zeitsprung zurück in den Oktober. Stellt euch vor es ist der 04.10., ein Tag nach dem Tag der Deutschen Einheit. Aber diesmal sollte etwas anderes gefeiert werden. Obwohl der Kanelbullar könnte vielleicht auch Völker vereinigen. Aber nun zum Kanelbullensdagen!

Ja! Schweden hat ein Nationalgericht. Neben den allseits beliebten Köttbullar, sollte man die Bullar mit Kanel nicht verachten. Mir scheint Bullar sind essentiell hier. Aber bei den Kanelbullar handelt es sich nicht um Fleisch, sondern eine delikate Süßspeise, in Deutschland frei übersetzbar mit Zimtschnecke. Ähnlich aber doch nicht gleich.

Jedenfalls werden Kanelbulle (Singular Kanelbullar) hier immer und überall gegessen. Am liebsten zur Fika (dazu an passender Stelle später mehr). Wenn man an der Uni einen Kaffee kaufen will, kommt man um das Angebot einen Kaffee mit Kanelbullar zu nehmen nicht drum herum. Das gibt es sozusagen schon als obligatorisches Doppelpack. Und es ward an der Zeit diese schwedische Delikatesse zu feiern. Ja sie hat ihren eigenen Tag. Das heißt: Backen.

Dazu wurde ich von meiner Peerstudentin, einer echten Schwedin, Sofia eingeladen. Mit anderen Studenten ging es dann ans Wesentliche. Eigentlich gar nicht so schwer. Teig zubereiten, ausrollen, mit kräftig Zimt und Kardamon bestreuen und rollen. Dann noch in den Ofen. Während der Backsession ist und ganz schön warm geworden, aber nicht ums Herz sondern eher durch die vom Backofen produzierte Hitze. Aber es war uns streng verboten das Fenster zu öffnen. Denn wie Sofia meinte, würde dann sofort der Teig zusammenfallen. Und das wollten wir natürlich nicht. Angeblich gibt es auch ein Lied zum Kanelbullar backen, ähnlich dem „Backe, Backe Kuchen“ in Deutschland. So das man alle Zutaten weiß. Toll. Den Kanelbullar gab es dann in verschiedenen Versionen. Denn man muss nicht unbedingt Zimt hineinfüllen, sondern kann auch beliebig variieren. Und das taten wir auch. Teilweise mit Pinienkernen, und Mandelmassa (das ist so eine Art Marzipan). Lecker. Dazu gab es White Russsian. Ja, normalerweise bleibts bei Milch. Nachdem unser Magen streikte, haben wir dann noch einen schwedischen Film geschaut. „Jalla, Jalla“ mit Namen. Sehr unterhaltsam, und durch die englischen Untertitel sehr gut nachvollziehbar. Jättebra. Ein Schöner Tag. Nächstes Jahr wieder wenn dann auch möglicherweise in Deutschland.

Kra-vi, Kra-va, Kra-vall.

Ja ich sehe schon die Fragezeichen in eurem Gesicht. Also gleich zu wesentlichen. Was ist ein Kravall? Und wie beschreibt man das am besten? Ganz plump könnte man laienhaft sagen: „Eine Uniparty.“ Aber wir sind ja hier schon im advanced Stadium des Bloglesens. Daher gehen wir noch an ausgesuchten Beispielen ins Detail.

Zu einem richtigen Kravall gehören drei wesentliche Dinge: Queuen, Preparty, Overall. (bei Bedarf kann man noch anfügen: Musikgeschmack ausblenden, keine Scheu vor Alkohol, auch zusammenzufassen unter: Gehirn abschalten) Außerdem ist mir aufgefallen, dass die schwedischen Parties im Allgemeinen mit wesentlich mehr Aufwand betrieben werden. Denn das ist nicht eine einfache Uniparty. Nein. DAs geht ein ganzes Wochenende. Unter einem Motto startet es mit einem Kravall, dann gibt es einen Wettbewerb (beispielsweise Gokart Fahren, Paintball, Tauziehen, jeweils passend zum Thema) und dann noch einen Spielabend. Vorher werden noch hochwertigproduzierte Hefte über alles verteilt und groß Werbung gemacht. Klasse. Sollte man in Deutschland auch mal machen. Freiwillige?


Queuing.

Fangen wir mal beim Queuen an. Ja ich weiß es wurde schon oft erwähnt, aber es ist nun mal typisch. Das Schlangestehen. Und es ist gar nicht so einfach. Denn neben der ungeschriebenen Regel: „Nicht vordrängeln sonst gibt es Ärger!“ gilt es auch noch herauszufinden, wo und wie lang vor Ticketsale. Das kann nämlich nach eingehender Recherche meinerseits sehr essentiell sein. Beispiele gefällig? Kravall Le Mans: angestanden halb 7 >> Ticket Sale 8:00 Resultat: Unnötig, Tickets gabs auch danach noch. Sea Battle: andere standen dafür shcon ab 10uhr morgens an >> Ticket Sale: 8:00 nächster Tag.Siehe Foto: Sowas nennt man dann Overnight Queuen. Ich bin mal zum Spaß mit, um mir das anzuschaun, obwohl ich keine Tickets wollte. Habne dann einen schönen Spieleabend mit Poker und Bonanza gehabt. Die meisten waren jedoch mit Laptops da, das sah aus wie auf ner Lan-Party. Übrigens: Schlafen war verboten. Da haben extra Guards aufgepasst.

Bei manchen Kravallen oder Veranstaltungen heißt es also frühzeitig anstehen. Bei manch anderen standen wir umsonst so früh an, und hätten eher noch ein wenig länger schlafen sollen. Aber wie bekommt man das heraus…ich glaub nur über Erfahrungswerte.

Der Overall - Bequem, praktisch und studentisch. So könnte man ihn beschreiben. (Ich seh schon das als Werbeslogan vor mir...) Man trägt ihn auf Kravallen. Habe nur wenige gesehen, die keinen anhatten. Da ich schon über meinen wunderschönen Overall geschrieben habe, kürze ich es hiermit ab, und verweise auf den Artikel.Auf dem Foto zu sehen: EIn perfektes Beispiel für einen vollgepflasterten Overall. Man bei wievielen Partys der schon war. Respect. Oder wie man in Deutschland sagt: Langzeitstudent.


Preparty.

Ja die meisten werden jetzt denken: Vorglühen. Fast. Meist scheint es hier ein wenig organisierter. Es ist nicht nur ein einfaches Treffen vor der Party sondern schon eine Party an sich hab ich das Gefühl. Ein Muss. Außerdem viel günstiger. Denn auf der Party kostet das Bier mindestens 350SEK. Und auch nett, vorher noch ein paar Leute zu treffen. Weiterhin ein Muss, wenn man weiß, dass wenn die Schweden Party machen, dann nur volltrunken. Es gibt kein Grau und kein Weiß, sondern nur Schwarz und das bedeutet Vollsuff. Und das ist auch wichtig mitzumachen, denn sonst hält man die Musik und die Schweden nicht aus. Versuch es nüchtern, und du wirst keinen Spaß haben. So schließen wir uns auch dieser Tradition an.


Schweden und Alkohol, eine paradoxe Beziehung.

Ein Professor von mir meinte auch letztens in der Vorlesung „Interkulturelle Kommunikation“: „The Swedes are shy, unless they are drunk“. Das sagt alles. Alles in allem denke ich, dass die Schweden gar nicht soviel trinken, sie können es wahrscheinlich nur nicht so gut vertragen. Und am Wochenende schießen sich die meisten so richtig ab. Ich hab hier schon Schnapsleichen gesehen, mein lieber Scholli.

Trotz der schwierigen Ausgangslage des Alkoholbeschaffens. Denn das ist das Paradoxe. Denn für Alkohol muss man in den allseits beliebten Systembolaget. Alles was einen höheren Prozentwert kann man dort kaufen, und das ist auch schön vom Staat kontrolliert. Denn der Systembolaget liegt in Staates Händen. Man muss mindestens 21 sein und auch immer seinen Pass zeigen. Außerdem liegt der meistens noch ein paar Kilometer weg und der Student an sich, der mit dem Rad unterwegs ist, hat da so seine Schwierigkeiten.

Auch eine abstruse Eigenart, die mir aufgefallen ist: Die Schweden trinken nicht das, was schmeckt. Sondern das, was den höheren Prozentwert an Alkohol halt. Verrückt. Und da sind wir auch wieder bei den Alkoholleichen. Man kommt nicht an Ihnen vorbei. Auf dem Heimweg sieht man mindestens einen der den Alk rückwärts trinkt. Man man.