Dienstag, 7. Oktober 2008

essen, eat & äter.

Wenn ihr euch bisher gefragt habt, ob ich hier nur von Luft und Liebe lebe, dann seid ihr weit gefehlt. Essen gibt es nämlich auch hier. Und 2 besondere Anlässe, das Essen auch mit anderen Menschen, die die gleiche Intentioen haben zu tun, waren zum einen das Ärter&Punch sowie das Welcome Dinner. Aber nun eins nach dem anderen.

Ärter&Punch.
Neudeutsch bedeutet das soviel wie Erbsen und Punch. Und genau das gabs auch zum Essen. Dresscode: Nicely, das hieß für uns ein wenig schicker aber nicht zu schick...Getroffen wurde sich zum Rudelessen im [hg]. Das ist ein Studentenpub etwa 100m Luftlinie von meiner Haustür. Zu blöd, dass wir dachten, dass Essen findet in einem Gebäude der Universität statt. Naja, dann haben wir schon mal ein paar Kalorien verbraucht, indem wir den ganzen Weg umsonst gegangen sind. Aber auf die Eintrittskarte zu schauen, wäre auch zu einfach, da vertraut man doch eher seiner Intuition. So. Dort angekommen, gabs dann die erste Überraschung des Abends: Sitzplatzkärtchen. Und, wie toll das die Organisatoren gemischt haben. Damit man, ja, viele neue Menschen kennenlernt. Die Ordnung war ungefähr so: 12 Menschenskinder an einem Tisch. Dabei sollte es immer Frau, Mann, Frau, Mann (beliebig weit bis zum Tischende fortzusetzen) sein. Natürlich saßen den Frauen keine Frauen gegenüber, nein, man war quasi, ich spreche jetzt mal für mich als Frau, von männlichen Artgenossen umzingelt. Hm. Nun gut. Verschweigen möchte ich auch nicht, dass dieser Raum, oder besser diese 2 Räume total klein waren und sich somit alle zwangsläufig irgendwohin quetschen mussten, wenn jemand mal auf Toilette musste. Oje. Ein wunderbares, leckeres Essen könnte das jetzt entschädigen. Und ja die Betonung lag auf könnte. Soweit ich mich erinnere, gab es als Vorspeise Knäckebrot mit Butter und Käse, der Hauptgang gestaltete sich mit einer Erbsensuppe mit Senf sehr schlicht und als Nachtisch dann ein paar Pancakes mit Marmelade. Joa, ne. Naja gut, nicht zu vergessen die außergewöhnlichen Getränke: ein Bier und ein Punch/Person, Wasser, Kaffee/Tee. Sagenhaft.
Jedoch sollte d
ies der Stimmung keinen Abbruch tun. Denn, wenn es eins ist was ich gelernt habe an diesem Abend, dann ist es das die Schweden gerne Singen! Beliebte Tischrufe waren "Omstart!" (Zugabe), "Bordskål" (dann mussten alle am Tisch anstoßen) und "tempo" + Liednummer, um ein Lied anzustimmen. Verschieden Nationen, die Erasmus Koordinatoren (da ist mein Zimmernachbar "Lasse" auch bei) und natürlich, wer Bock und Böcke hatte, durfte vor versammelter Mannschaft singen.
Danach gabs noch ne Party...die ganz nett war, um mal ein paar nette Leute ganz ungezwungen zu treffen. Denn bei
m Essen war es doch etwas gezwungen...Man musste sich schon damit zufrieden geben neben wem man saß, man kann sich ja nicht einfach zu jemanden setzen mit dem man sich gut verstehen könnte. Allerdings habe ich auch anderweitige Schicksalsschläge von Pärchenbildungen gehört. Na dann. Prost.

Welcome Dinner.
Ja, wenn ma
n vom Ersten nicht genug haben kann, dann geht man halt noch auf ein zweites Dinner. Diesmal sollte es das offizielle Welcome Dinner der Universität sein, ein wenig schicker, teurer und gesponsort.
Dresscode: Formel/Well dressed. Oje, da musste man dann schon ein wenig schicker sein. Also ab ins Kleidchen. Mir solls recht sein, nur dass der Weg diesmal ein wenig länger war, denn wir mussten mit dem Radl in die Stadtmitte. Und ja diesmal war alles ein wenig leckerer. Zur Begrüßung gabs nen Drink, und die Speisekarte sagt folgendes;
  • Starter: Toast with forest mushroom topped with a herb salad
  • Main Course: Pepper baked salmon with chive sauce and oven roaster potatoes
  • Dessert: Claudberry cheese cake with blueberrys
Das Programm war teilweise echt witzig, eine kleine lustige Präsentation über Schweden und ein nettes Lied der Erasmus Koordinatoren über jedes Land, was soweit ich mich erinnern kann sehr fies teilweise war. So nach dem Motto: Wenn du nen Chinesen im Korridor hast dann wirds übel riechen. Über die Deutschen hatten sie nur zu sagen, dass wir ja alle in unseren fancy cars gekommen sind und jede Bar leeren werden. Tz. Diese Klischees. Außer dem Essen hat sich jedoch nicht viel geändert am Dinner-programm. Wieder einmal wurde gesungen, und geskålt. Der Deutsche Trink-Song ist übrigens: Eisgekühlter Bommerlunder. Najut dass man den kennt. Wer in Schweden einen Trinksong anstimmen möchte kommt an Helan går nicht vorbei:
Helan går
sjung hoppfaderallanlallanlej,
helan går
sjung hoppfaderallanlej.
Och den som inte helan tar
han heller inte halvan får.
Helan går (Es wird ausgetrunken)
sjung hoppfaderallanlej!
Und immer schön das Schnapsglas in die Höhe! Der Abend wurde unserseits abgerundet mit nem kleinen Korridorfete bei Tine...und dann gings ab nach Haus.
Noch ein kleines Schmankerl: Wir wollten mit dem Fahrrad nach Hause fahren, jedoch hatte die Claudi keins, und so sind wir zu zweit gefahren, dank Gepäckträger. Und dann ist echt mal ein Wunder geschehen. Denn am Anstieg des Berges kam hinter uns ein Spanier an, der fragte: "Do you need a bike?" Das haben wir uns nicht zweimal sagen lassen. Er hatte sozusagen eins zu viel, weil seine Freundin nicht mehr fahren konnte. Tolle Welt, mit netten Spaniern.

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