Samstag, 27. Dezember 2008

Riga.

Vorwort.
Es ist November und ich bekomme Besuch. Diesmal sollte Stoff aus Stuttgart angereist kommen. Und damit meine ich nicht Stoff in Allgemeinen, sondern Stefanie. Aber Stoff in Form von Alkohol hatte sie natürlich auch dabei. Und das war auch gut so, denn den Gang zum Systembolaget wollte ich mir und meinem ungefüllten Portemonnaie ersparen. 
So kam sie voll bepackt mit einem riesen Koffer, in dem ich dann im Gegenzug zum mitgebrachten Alkohol weiteres lästiges Übergepäck meinerseits mit geben konnte, welch Erleichterung. 
Die Woche startete mit den obligatorischen Spaziergängen in und rund um Linköping. Diesmal anders: das Wetter. So einen Nebel habe ich noch nicht gesehen. Alles sah irgendwie total gespenstig aus. Wuaah. Gruselig.  Aber so ein Spaziergang verlangt auch nach einer leckeren Tasse Tee, die wir nicht verschmähten und auch den ein oder anderen Chai Latte. Lecker. Den hab ich in der Zeit richtig lieb gewonnen.

Hauptteil. 
So aber nun zum interessanten Part, damit ihr mir hier nicht einnickt (keine unnötigen Details, nicht wahr). Am Freitag sollte dann eine Party bei Mascha steigen, eine so genannte Korridorparty, die 
wir auf keinen Fall verpassen wollten. Auch der am nächsten Tag geplante Riga-Trip sollte und nicht davon abhalten. Lange Geschichte kurz: Wir haben eine halbe Stunde geschlafen und uns 5 Uhr mit dem Auto nach Skavsta Airport aufgemacht. Von da aus dann 40min mit dem Flieger nach Riga. Dort angekommen sogar Zeitverschiebun
g, ne ganze Stunde, und damit Startschuss zum Frühstück. Dem heißersehnten. Nachdem wir unser European Frühstück in einem
 Cafe in der Altstadt verspeist hatten geschah etwas für uns total Unerwartetes.  Die Kellnerin stellte auf jeden Tisch Gläser natürlich gemessen an der Personenanzahl. Eine zweite folgte Ihr. Zunächst dachten wir, sie würde uns ein Wasser zu Kaffee reichen. Jedoch sprach dagegen das Argument, dass unser Kaffee schon längst leer war. Ok. Wir warten mal ab. In den Händen der zweiten Kellnerin befand sich jedoch keine Flasche Wasser, sondern bester Asti Sekt. Die vorläufige Skepsis unsererseits, wir müssten womöglich den Sekt bezahlen (man weiß ja nie wie Lettlands kulturelle Gegebenheiten so sind), verflogen schnellstens als wir nachfragten wie, warum und sowieso. Denn 2 Männer aus Wilna dachten sich sie müssten eine Lokalrunde Sekt geben. Denn wir waren nicht 
die Einzigen, die beglückt wurden. Meine Neugier konnte jedoch kaum in Zaum gehalten werden. Und so musste ich es tun. Claudia und ich gingen zu den zwei Herren, bedan
kten uns und beglückwünschten sie zu whatever. Doch es gab nicht zu gratulieren. Denn sie meinten als Grund der Lokalrunde: Nur mal so, weils Spaß macht. Hm Nagut, wenn mans braucht. Uns wollten sie dann auch noch zu weiteren Köstlichkeiten einladen und am liebsten noch den ganzen Tag begleiten. Doch wir lehnten dankend ab. und machten uns zu unserer Riga-Besichtigung auf. Geplant war ein schöner Spaziergang durch die UNESCO gekrönte Altstadt, durch wunderschöne Parks und entlang zahlreicher Denkmäler und Statuen. Denn wenn eins sicher ist, dann dass die Rigaer abermillionen an gemeißelten Köpfen in Stein zu bestaunen haben.  Nicht schlecht, Herr Specht. 

Nachwort.
Nun noch eine kurze Bewertung meinerseits. Besonderes Lob gilt, tada - drommelwirbel, dem
Wetter. Wunderschöner Sonnenschein versüßte uns das kalte Klima des Baltikums. Danke. 
Außerdem erstaunte uns die mit Jugendstil-Villen vollgepackte Altstadt. Auch ein paar Backsteinbauten schummelten sich 
dazwischen. Das darin zu begründen ist, dass die Stadt Riga von Bremer Handelsleuten gegründet wurden ist. Das wiederum konnte man in einer weiteren Statue sehen, die der Bremerstadtmusikanten. Noch ein kleiner Insider zum Schluss: außerdem erfreuten wir uns an stilvoll eingerichteten italienisch anmuten den FastFood Restaurants. Am Abend ging es dann wieder zurück in den Flieger und ab nach Stockholm. Den Sonntag schön in Stockholm ausklingen lassen und dann zurück in heimige Gefilde. 

Mittwoch, 3. Dezember 2008

fika.

Schon oft erwähnt, doch jetzt sollte die sagenumworbene Fika ihren eigenen Post bekommen. Vorher noch ein Geständnis: Ich mag sie sehr.

Ja, es ist eine schöne Tradition. Wesentlicher Inhalt sind: Kuchen, Kaffee und Kesellschaft. Wer kennt sie nicht die 3 K's. Bei uns im
Korridor war sie vor einiger Zeit vorübergehend abgeschafft. Jemand muss sich halt drum kümmern. Lange Geschichte kurz: Wir haben sie wieder eingeführt. Und schon war der sonntagliche Abend gefüllt mit Kaffee und Tee sowie herrlichen Kuchenduft.

Zu meiner Fikapremiäre backte ich zusammen mit Freunden einen leckern Fan
takuchen. Typisch deutsch halt. Dachte ich. Und tatsächlich: keiner kannte ihn. Und alle haben kräftig zugeschlagen. Unser Chinese Lu hat sich das auch nicht
entgehen lassen und seine Stäbchen nicht verschont. Ja richtig. Er hat den Sahnekuchen doch glatt
mit seinen liebsten Begleitern gegessen. Wie ihr auf dem Foto sehen könnt.

Neben Kuchen und Kaffee durfte Spiel und Spaß nicht fehlen. Nach einiger Überzeugungsarbeit wurde dann auch mal der Fernseher ausgeschaltet und zu gesellschaftlichen Spielen übergegangen. Ganz oben auf der Hitlist Tabu und Who is Who (ihr wisst schon das Spiel mit den Zetteln auf der Stirn). Zu einem Spiel konnte ich jedoch kaum Leute überzeugen: Scharade. Warum eigentlich nicht? Das ist doch sooo witzig. Naja, manche müssen das wohl noch erkennen. Damn.

weitere beliebte und gebackene Kuchen:
  • Kladkaka
  • Adventskuchen
  • Lucikatten (besonders im Advent)



Bio.

Nein, es geht nicht um biologische Lebensmittel und den neuen Trend jetzt alles mit dem Siegel Bio zu kaufen, um sein ökologische Gewissen zu beruhigen. Es geht ums Kino, denn das nennt man hier in Schweden und zu eurer wahrscheinlichen Verwunderung: Bio.

Ja, ich habe es getan. Ich habe ein schwedisches Kino betreten. Aber es ist kaum anders. Unterschiede zeigen sich nur in der Sprache und im Popcorn, das ist nämlich gesalzen. Bäh. Aber zu meinem Erstaunen finden die Schweden süßes Popcorn total eklig. Waaas? Ich versteh die Popcorn-Welt nicht mehr. Aber wir haben uns darauf geeinigt, dass es wohl Gewohnheit sein muss (Anmerkung meinerseits: gesalzenes Popcorn zu mögen).

Patrick 1,5.


Mein erster Schwedischer Film in Schwedisch. Aaah. Und das schon im Oktober. Ich war ein wenig nervös, ob ich überhaupt was versteh. Da war ich mit meinen 2 Mitbewohnern Lasse und Sofia und deren Freundin Linnea. Der Film handelt von einem schwulen Paar, welches gerne ein Kind haben möchte und dieses adoptieren möchte. Als sie dann endlich die Zusage für Patrick ein 1,5 Jahre alter kleiner Junge bekommen, sind die beiden überglücklich. Doch wie so oft sollte alles anders kommen, als gedacht. Das Komma bei 1,5 war dort nur versehentlich, und in Wirklichkeit war Patrick 15, schwulenfeindlich, vorbestraft ... die ganze Palette. Die Geschichte nimmt seinen Lauf.

Der Film war, trotz dass ich nur den Smalltalk Wort für Wort verstanden habe (den Rest dann eher im Zusammenhang), sehr witzig. Und so entschloss ich mich, nun doch nicht vor schwedischen Filmen Halt zu machen, sondern ruhig auch mal mir schwedische Filme in der Landessprache anzusehen. Darauf folgt dann nämlich auch der zweite Film:

Låt den rätte komma in.

Diesmal mit meiner Tandempartnerin Lisa. Ein sehr nettes Mädel, frische 18 Jahre alt und willig Deutsch zu lernen. Denn sie will dann auch im Januar nach Düsseldorf für ein Praktikum. Wir treffen uns so alle 1,5 Wochen auf nen Kaffee, um Deutsch und Schwedisch zu reden. Und um bei den Hausaufgaben zu helfen. Diesmal wollten wir aber was Spaßiges machen und gingen so ins Kino. Lisa hatte zudem noch in einem Literaturwettbewerb 2 Kinokarten gewonnen und lud mich ein. Dazu gabs noch Godis (Süßigkeiten) und perfekt wars.
Der Film war etwas anders als der Erste. Diesmal eine undefinierbare Mischung aus gruselig und süß. Denn es drehte sich haupsächlich um 2 kleine Kinder (nagut sie waren schon so 13), wovon das Mädel ein Vampir war. Die Liebesgeschichte war echt sehr süß. Aber manchmal bin ich schon ein wenig aufgeschreckt. Allgemein war der Film voll schöner Winterbilder Schwedens. Sehr idyllisch. Und sehr 80er. Es wurde allgemein nicht massig viel gesprochen. Aber wenn was gesagt wurde, hab ichs doch tatsächlich verstanden. Toll-

Noch für die Neugierigen, die sich mal einen schwedischen Film anschaun wollen. Hier noch ein paar Exemplare, die ich auf DVD mit englischen Untertiteln gesehen habe:
  • Jalla! Jalla!
  • Änglagård
  • Så som i himmelen
Viel Spass.

Freitag, 28. November 2008

Mein erster Besuch. Teil 2.

Nach unserer langen Fahrradtour, hier das dann abends entspannen. bei Essen und Trinken. Der Samstag stand dann im Zeichen des Shoppens. Linköping City. Und abends dann Party! Und das auch noch in unserem Korridor! Lasse meinte wir sollten mal ne kleine Party machen. Ja, okej. Er hat danna uch unzählige Leute eingeladen. Ich dachte da eigentlich an ein gemütliches Get Together, weil es am nächsten Morgen ja weiter nach Stockholm gehen sollte. Naja. Wie soll ich sagen. Die Party war gut. Viel Alkohol und witzige Gespräche. Für Kathrin ein wenig zu viel Wodka und komische Österreicher. Nicht wahr? Und ein wenig zu viel nackte Haut und Stösschen. Nichtsdestotrotz hieß es am nächsten morgen: Packen, frühstücken und ab in den Zug. Hat auch alles super geklappt. Unseren Kater hat man uns kaum angemerkt *hust. Und pünktlich zur Eincheckzeit waren wir da. In unserem Hostel (Skanstull Vandrahem). Dieses ist sehr zu empfehlen. Nichts täuscht hinweg über Free Pasta und Internet. Auch die Zimmer und anderen räumlichen Gegebenheiten sind gut ausgestattet. Unser Aufenthalt würde sich in kurzen Worten mit: viel Spiel, Spaß und Bewegung, beschreiben. Aber das wollen wir natürlich ein wenig genauer wissen.

Spiel.

Nicht geht über Kniffel und (Räuber-)Rommee. Diese 2 Haupstpiele erferuten uns Tag für Tag. Manchmal kam noch ein StadtLandFluss dazwischen. Der Versuch Wizzard zu spielen scheiterte. Ja ich will sagen an mir. Einfach viel zu müde mir noch ein neues, unbekanntes Spiel anzulernen, ließ mich immer wieder auf die alten gewohnten zurückgreifen. Gewonnen hat sicherlich jeder mal.

Spaß.

Tage gefüllt mit schlechten Wortspielen, Lachkrämpfen über sinnloses Zeug und unwitzige Situationen, die dann doch sauwitzig waren. Ja so war es. Danke ihr beiden. Wir sind ohne Zweifel Witzkompatibel. (Keine Widrrede Kathrin) Noch ein kleines Schmankerl für die Insider: "debaduda-da-de-dabendada." Ich schmeiß mich echt heute noch weg. Witzig.

Bewegung.

Ich drücks mal so aus: Wir sind überdurschnittlich viel gelaufen. Wir haben in den 3 1/2 Tagen Stockholm nie die Tunnelbana oder sonstige öffentlichen Verkehrsmittel benutzt (außer zu An- und Abreise) sondern wir haben auf traditionellen Wege die stadt erkundet. Insgesamt 3 (durch den Reiseführer empohlene) Spaziergänge sind wir abgelaufen. Der erste war auf 30 Minuten angelegt, dauerte aber denke ich 2 Stunden. Södermalm war das Ziel. Fazit: Wunderschöne Ecken ("hier Wohnen? Ja!"), Wahnsinnsaussicht ("wow.") und müde Beine. Der Zweite führte uns durch die Innenstadt und Gamla Stan. Dieser war auf 90 Minuten angelegt und ihr könnt euch vorstellen was das bedeutet. Ein letzter dann noch auf Djurgården, den wir jedoch vorzeitig abbrechen mussten,w eil es einfach zu viel war. Abgerundet wurden die Tage dann stets mit einem leckeren Pastagericht, jeweils in einer anderen Variation. Lecker. Schöne Tage in Stockholm.

Donnerstag, 20. November 2008

Mein erster Besuch. Teil 1.

Endlich wieder normale Leute. Diesen Satz ohne ein Lächeln zu schreiben, ist unmöglich. Wahrscheinlich ist die mitschwingende Ironie der Grund. Aber man weiß ja nur allzugut, dass in jeder Ironie auch ein Stück Wahrheit steckt.
Es war ein Unfall. Nein, ich re
de hier nicht von einer ungewollten Schwangerschaft. Aber auch bei dieser sagt man zumeist danach, ein glücklicher Unfall. (nicht wahr, Mama) Und so auch hier. Aus einem versehentlich gebuchten Flug für 2 Personen im Zeitraum vom 15. Bis 22. Oktober wird ein toller Urlaub. Und ich bin auch nicht böse darum, dass sich dieser von vorher geplanten 3 Tagen auf 7 verlängert hat. Glücklicherweise sollte sich herausstellen, dass genau in dieser Woche, für mich eine freie Woche beginnt. Eine Woche ohne Uni, ohne Prüfungen (obwohl es die offizielle Prüfungswoche ist, verrückt) und ohne Verpflichtungen.

Es war Mittwoch. 17Uhr, als ich leicht verspätet am Bahnhof in Linköping Morten und Kathrin abholte. Die Koffer gefüllt mit Präsenten und Flüssigkeiten machten mich noch glücklicher als ich ohnehin schon war. Abends gabs dann gleich noch lecker Köttbullar med potatis, brun sås och broccoli. Nachdem wir vollgegessen auf dem doch so weichen und gemütlichen Sofa lagen folgte noch der obligatorische Wodka mit Gurke. (Danke Micha fürs Rezept, es hat Anklang gefunden.) und Lasse gesellte sich noch zu uns. Ein schöner erste Abend.


Universitetet und Valla.

Am nächsten Tag hieß es dann für mich doch noch mal zur Universität zu gehen, um meine Tandem Partnerin zu treffen. Die beiden Turteltäubchen schauten sich derweilen den Campus an und später treffen wir uns noch zu einem Spaziergang durch das Naherholungsgebiet Valla, was gleich

hinter der Universität liegt. Ich war vorher noch nicht da und somit noch er

freuter wie schön erholsam es dort ist. Tiere, See, Wald, Reiterhof – Idylle. Und Kathrin lern

te einen neuen Freund namens Pferd kennen, mensch das war vielleicht fotogen. Es hat mit der Kamera geflirtet. Als das Pferd. Und anhänglich war es. Auf Schritt und Trip. Mit einem Spaziergang durch den Wald zu Gamla Linköping gings dann weiter. Und dann ab in die Stadt. Man

sind wir viel gelaufen. Der Abend sollte was Besonderes für uns bereithalten.


Eishockey.

Ein Eishockey Spiel, der ersten Klasse, ähh Liga. Linköping HC. Live im Cloetta Center. Ich habe für meinen Teil vorher noch nie Eishockey geschaut und war sehr gespannt ob ich beispielsweise den Puck sehe, ob ich die Regeln verstehe, und wie war das noch mal mit den berüchtigten Schlägereien an der Bande. Spannung. Eingelaufen ist das Team mit einem Feuerspektakel (während die Gegner wie durch einen Hintereingang unauffällig das Feld betraten), dann wie üblich ein junges Mädel dass die Nationalhymne singt. Tolles Spiel, mit vielen Ooohs und Wooows. Toll wie die da übers Eis gleiten. Ich bin beeindruckt und entscheide, dass es nicht das letzte Mal war. Danach sind wir natürlich noch heim gelaufen wie nicht anders zu erwarten geschätze 15km haben uns unsere Beine an diesem Tag getragen. Und das in dem Alter. Schnell ins Bett.


Bergs slussar.

Die Schleusen des Göta Kanals in Berg. Ein weiteres Ausflugsziel. Und diesmal per Rad. Dank glücklicher Umstände haben wir von Tine und Anne (danke noch mal) 2 Fahrräder ausgeliehen bekommen. Und bei allerschönstem Wetter radelten wir zum Roxen, einem See. Die Tour gestaltete sich ein wenig schwedenfremd. Denn nicht wie sonst totale Idylle, führte der Fahrradweg diesmal am Highway entlang. Aber wenn man auf die andere Seite schaute entschädigte das auch wieder. Dort angekommen hatten wir unsere vorher zubereiteten Baguettes zum Verzehr griffbereit. Toll. Dann ab nach Hause.

Montag, 10. November 2008

Kükenfest für alle.

Unter der Kategorie: 10 things you should not wear in Sweden - heute Part 1 (von hoffentlich 1). Geschehen an einem Tag im Oktober. Ahnungslos. Völlig überraschend.

So. Den HdM Studenten muss ich wohl kaum erklären, was das Kükenfest ist. Aber ich will es dem Rest der Welt nicht vorenthalten: Also, jedes Semester flüchten sie aus den mütterlichen und väterlichen Nestern, um in die Welt zu ziehen und Wissen zu erlangen. Unerfahren und voller Tatendrang. Die Erstsemester. An der HdM nennt man diese Küken, passend zu den Charakteristika jener. Und demenstprechend muss gefeiert werden. Die Party ist meist wild, mit vielen Beschmutzungen und einer Tortur durch einen Parcour, der seines gleichen sucht. Außerdem bekommt man noch ein wunderschönes - halbjährlich aktuelles - T-Shirt. Dieses ist nun auch der Mittelpunkt dieses Posts.

Ich dachte mir frühs, dass ich ja auch mal mein Kükenfest T-shirt anziehen könnte. Wahrscheinlich hab ich mir nichts wirklich dabei gedacht, und es angezogen, weil es gerade oben lag. Abends hatte ich dann noch Vorlesung. Schwedisch. Und dachte ich kanns ja ruhig anlassen. Sieht ja auch ganz schick aus. Als ab an die Uni.
Später bin ich dann nach Hause und der Hunger trieb mich in die Küche. Und da war auch Lasse - mein Mitbewohner. Ein wenig skeptisch machte mich sein Blick auf mein T-Shirt. Der Gesichtsausdruck wandelte sich beim Lesen in ein lachendes Gesicht. "What is this?" he said. Ich sagte nur ein Shirt meiner Hochschule. Er brach in Gelächter aus. Später kam dann noch Sofia in die Küche. Als Lasse zu ihr meinte: "Take a look at Katrin's shirt " wurde ich noch skeptischer. Und als sie dann auch noch grinste, wollte ich es wissen. Doch Lasse kam mir zuvor. "Do you know what Kuken means in Swedish" (Anmerkung: Es wird Kuken geschrieben, aber Küken ausgesprochen, gibt ja hier kein ü) Ich so: "Nein." Ja, als dann die Antwort kam: "dick, or pen**" war mir alles klar. Ich laufe hier mit einem, ich weiß gar nicht ob ich es aussprechen kann, Penisfest-Shirt rum. Super. Großartig. Peinlich. Das erklärt im Nachhinein auch, warum mich meine Schwedisch-Lehrerin so komisch angeschaut hat. Und ich saß auch noch direkt vor ihr. Peinlich sag ich euch. Aber schon wieder so peinlich, dass es wieder lustig ist. Lasse philosophiert jetzt immer was das eigentlich für eine Party sein könne, und schreibt wild an unser Bord: Kükenfest für alle. Naja. Er hat Spaß dran. Und ich glaube er will sich das Shirt auch mal ausleihen. Andere meinte ich solle es mal auf nen Kravall anziehen und die Reaktionen abwarten. Sollte ich so wagemütig sein und es im Rausch tun - ich werde euch ggf. berichten. An dieser Stelle vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Sonntag, 2. November 2008

Frauenfußball.

Samstag der 11.10.2008 Wir nähern uns langsam dem November!

Jetzt wirds sportlich. Kurz entschlossen machten wir uns auf Fußball zu schaun. Live. Erste Liga. Frauen. Ja. Und das noch für umme. Verrückt.

Angekommen im Fußballstadion wurden wir ein wenig enttäuscht. Leere Ränge? Waren wir schon wieder zu früh? Oder was ist los. Auf dem Feld liefen sich schon die Frauen warm. Wir suchten uns einen Platz auf der Tribüne um einen guten Blick zu erhaschen. Wunderschöne Präsentation der Nationalhymne (Du gamla, du fría), Gänsehaut. Am Feldrand liefen Reporter und Kameramänner auf und ab. Komisch, kaum Zuschauer aber im Tv wirds übertragen. Vielleicht waren alle verhindert zu kommen, und hatten so die Möglichkeit es im Fernsehen zu schaun. Eine wilde Theorie die keine festen Standbeine hat. Denn möglicherweise genießt Frauenfußball auch hier im Land der Geschlechtergleichberechtigung (oh mann gibts das Wort? Wisst ihr was ich meine?) wie in allen Ländern nicht so eine hohe Popularität. Aber paradoxerweise verdienen die Fußballerinnen ihr täglich Knäckebrot damit, also doch professionell. Hm. Wie jetzt. Alles in allem waren so ca. 800-900 Menschen beim Spiel gegen Malmö da. Am Anfang noch schön die Sponsorenpräsentation (aufgefallen: Die Trikots sind gerade zu zugegepflastert mit Sponsoren) noch ein Paar Präsente für die Fußballerin des Jahres ecettera pp. Dann gings los. Naturellement, ich nehms mal vorweg, hat Linköping gewonnen. Aber man konnte schon einen Unterschied zum professionellen Männerfußball erkennen. Und wie ich später noch in einem Gespräch mit einem Schweden herausfand, ist dieser, seiner Meinung nach, enorm. Er behauptete er könne, trotz dass er nie in einem Verein gespielt hat, bei den Frauen der Ersten Liga mithalten. Also sowas. Meine verletzte Frauen-Fußball Seele fühlte sich leicht angekratzt.
Noch mal zum Spiel oder eher zur Pause. Ein wenig durchgefroren holten wir uns einen Kaffee und es kam tatsächlich zu einem Gespräch mit dem Verkäufer (in Schwedisch!) Ich konnte ihn verstehen und auch antworten, dass ich auch mal Fußball spielte, jetzt aber hier studiere...blabla. Toll.

Resumee des Tages: Ich will mal wieder Fußball spielen! Wer will auch?

Samstag, 1. November 2008

Ganz Schweden backt.

Zeitsprung zurück in den Oktober. Stellt euch vor es ist der 04.10., ein Tag nach dem Tag der Deutschen Einheit. Aber diesmal sollte etwas anderes gefeiert werden. Obwohl der Kanelbullar könnte vielleicht auch Völker vereinigen. Aber nun zum Kanelbullensdagen!

Ja! Schweden hat ein Nationalgericht. Neben den allseits beliebten Köttbullar, sollte man die Bullar mit Kanel nicht verachten. Mir scheint Bullar sind essentiell hier. Aber bei den Kanelbullar handelt es sich nicht um Fleisch, sondern eine delikate Süßspeise, in Deutschland frei übersetzbar mit Zimtschnecke. Ähnlich aber doch nicht gleich.

Jedenfalls werden Kanelbulle (Singular Kanelbullar) hier immer und überall gegessen. Am liebsten zur Fika (dazu an passender Stelle später mehr). Wenn man an der Uni einen Kaffee kaufen will, kommt man um das Angebot einen Kaffee mit Kanelbullar zu nehmen nicht drum herum. Das gibt es sozusagen schon als obligatorisches Doppelpack. Und es ward an der Zeit diese schwedische Delikatesse zu feiern. Ja sie hat ihren eigenen Tag. Das heißt: Backen.

Dazu wurde ich von meiner Peerstudentin, einer echten Schwedin, Sofia eingeladen. Mit anderen Studenten ging es dann ans Wesentliche. Eigentlich gar nicht so schwer. Teig zubereiten, ausrollen, mit kräftig Zimt und Kardamon bestreuen und rollen. Dann noch in den Ofen. Während der Backsession ist und ganz schön warm geworden, aber nicht ums Herz sondern eher durch die vom Backofen produzierte Hitze. Aber es war uns streng verboten das Fenster zu öffnen. Denn wie Sofia meinte, würde dann sofort der Teig zusammenfallen. Und das wollten wir natürlich nicht. Angeblich gibt es auch ein Lied zum Kanelbullar backen, ähnlich dem „Backe, Backe Kuchen“ in Deutschland. So das man alle Zutaten weiß. Toll. Den Kanelbullar gab es dann in verschiedenen Versionen. Denn man muss nicht unbedingt Zimt hineinfüllen, sondern kann auch beliebig variieren. Und das taten wir auch. Teilweise mit Pinienkernen, und Mandelmassa (das ist so eine Art Marzipan). Lecker. Dazu gab es White Russsian. Ja, normalerweise bleibts bei Milch. Nachdem unser Magen streikte, haben wir dann noch einen schwedischen Film geschaut. „Jalla, Jalla“ mit Namen. Sehr unterhaltsam, und durch die englischen Untertitel sehr gut nachvollziehbar. Jättebra. Ein Schöner Tag. Nächstes Jahr wieder wenn dann auch möglicherweise in Deutschland.

Kra-vi, Kra-va, Kra-vall.

Ja ich sehe schon die Fragezeichen in eurem Gesicht. Also gleich zu wesentlichen. Was ist ein Kravall? Und wie beschreibt man das am besten? Ganz plump könnte man laienhaft sagen: „Eine Uniparty.“ Aber wir sind ja hier schon im advanced Stadium des Bloglesens. Daher gehen wir noch an ausgesuchten Beispielen ins Detail.

Zu einem richtigen Kravall gehören drei wesentliche Dinge: Queuen, Preparty, Overall. (bei Bedarf kann man noch anfügen: Musikgeschmack ausblenden, keine Scheu vor Alkohol, auch zusammenzufassen unter: Gehirn abschalten) Außerdem ist mir aufgefallen, dass die schwedischen Parties im Allgemeinen mit wesentlich mehr Aufwand betrieben werden. Denn das ist nicht eine einfache Uniparty. Nein. DAs geht ein ganzes Wochenende. Unter einem Motto startet es mit einem Kravall, dann gibt es einen Wettbewerb (beispielsweise Gokart Fahren, Paintball, Tauziehen, jeweils passend zum Thema) und dann noch einen Spielabend. Vorher werden noch hochwertigproduzierte Hefte über alles verteilt und groß Werbung gemacht. Klasse. Sollte man in Deutschland auch mal machen. Freiwillige?


Queuing.

Fangen wir mal beim Queuen an. Ja ich weiß es wurde schon oft erwähnt, aber es ist nun mal typisch. Das Schlangestehen. Und es ist gar nicht so einfach. Denn neben der ungeschriebenen Regel: „Nicht vordrängeln sonst gibt es Ärger!“ gilt es auch noch herauszufinden, wo und wie lang vor Ticketsale. Das kann nämlich nach eingehender Recherche meinerseits sehr essentiell sein. Beispiele gefällig? Kravall Le Mans: angestanden halb 7 >> Ticket Sale 8:00 Resultat: Unnötig, Tickets gabs auch danach noch. Sea Battle: andere standen dafür shcon ab 10uhr morgens an >> Ticket Sale: 8:00 nächster Tag.Siehe Foto: Sowas nennt man dann Overnight Queuen. Ich bin mal zum Spaß mit, um mir das anzuschaun, obwohl ich keine Tickets wollte. Habne dann einen schönen Spieleabend mit Poker und Bonanza gehabt. Die meisten waren jedoch mit Laptops da, das sah aus wie auf ner Lan-Party. Übrigens: Schlafen war verboten. Da haben extra Guards aufgepasst.

Bei manchen Kravallen oder Veranstaltungen heißt es also frühzeitig anstehen. Bei manch anderen standen wir umsonst so früh an, und hätten eher noch ein wenig länger schlafen sollen. Aber wie bekommt man das heraus…ich glaub nur über Erfahrungswerte.

Der Overall - Bequem, praktisch und studentisch. So könnte man ihn beschreiben. (Ich seh schon das als Werbeslogan vor mir...) Man trägt ihn auf Kravallen. Habe nur wenige gesehen, die keinen anhatten. Da ich schon über meinen wunderschönen Overall geschrieben habe, kürze ich es hiermit ab, und verweise auf den Artikel.Auf dem Foto zu sehen: EIn perfektes Beispiel für einen vollgepflasterten Overall. Man bei wievielen Partys der schon war. Respect. Oder wie man in Deutschland sagt: Langzeitstudent.


Preparty.

Ja die meisten werden jetzt denken: Vorglühen. Fast. Meist scheint es hier ein wenig organisierter. Es ist nicht nur ein einfaches Treffen vor der Party sondern schon eine Party an sich hab ich das Gefühl. Ein Muss. Außerdem viel günstiger. Denn auf der Party kostet das Bier mindestens 350SEK. Und auch nett, vorher noch ein paar Leute zu treffen. Weiterhin ein Muss, wenn man weiß, dass wenn die Schweden Party machen, dann nur volltrunken. Es gibt kein Grau und kein Weiß, sondern nur Schwarz und das bedeutet Vollsuff. Und das ist auch wichtig mitzumachen, denn sonst hält man die Musik und die Schweden nicht aus. Versuch es nüchtern, und du wirst keinen Spaß haben. So schließen wir uns auch dieser Tradition an.


Schweden und Alkohol, eine paradoxe Beziehung.

Ein Professor von mir meinte auch letztens in der Vorlesung „Interkulturelle Kommunikation“: „The Swedes are shy, unless they are drunk“. Das sagt alles. Alles in allem denke ich, dass die Schweden gar nicht soviel trinken, sie können es wahrscheinlich nur nicht so gut vertragen. Und am Wochenende schießen sich die meisten so richtig ab. Ich hab hier schon Schnapsleichen gesehen, mein lieber Scholli.

Trotz der schwierigen Ausgangslage des Alkoholbeschaffens. Denn das ist das Paradoxe. Denn für Alkohol muss man in den allseits beliebten Systembolaget. Alles was einen höheren Prozentwert kann man dort kaufen, und das ist auch schön vom Staat kontrolliert. Denn der Systembolaget liegt in Staates Händen. Man muss mindestens 21 sein und auch immer seinen Pass zeigen. Außerdem liegt der meistens noch ein paar Kilometer weg und der Student an sich, der mit dem Rad unterwegs ist, hat da so seine Schwierigkeiten.

Auch eine abstruse Eigenart, die mir aufgefallen ist: Die Schweden trinken nicht das, was schmeckt. Sondern das, was den höheren Prozentwert an Alkohol halt. Verrückt. Und da sind wir auch wieder bei den Alkoholleichen. Man kommt nicht an Ihnen vorbei. Auf dem Heimweg sieht man mindestens einen der den Alk rückwärts trinkt. Man man.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Stockholm.

Tag 1

Die Anreise gestaltete sich nährreich auf der einen Seite und weniger anstrengend auf der anderen Seite. Zu fünft im Auto von Tine, inklusive guter Musik und Gummibärchenverköstigung starteten wir nach Stockholm. Wieder ein mal dachte ich, ich habe viel zu viel Gepäck, aber diesmal schiebe ich es einfach mal auf die Isomatte und den Schlafsack den ich noch mit transportiert habe. Denn schlafen sollten die Anne und ich bei dem Micha, Studienfreund aus Stuttgart und jetzt studierenderweise an der KTH in Stockholm anwesend. Und als wir dann die dortige tunnelbana ein wenig unsicher gemacht haben, wurden wir bei Micha standesgemäß mit nem Wodka-Kakao. Hm. Lecker. Ein wenig angetüdelt hieß es dann später nach etlichen hin und her, nein wir gehen nicht mehr aus. So machten wir uns in der Korridor ein wenig gemütlich. Vergleicht man Linköpings Korridore mit denen in Stockholm, so fällt auf das zwar in beiden jeweils 8 Menschen leben, jedoch weniger Schweden. Ich beispielsweise wohne mit 6 Schweden (jedenfalls auf dem Papier) zusammen. In Michas Korridor gibt es einen Einzigen. Angeblich liegt die Rate an Schweden bei 5%. Der Rest: Exchange Students. Was man jetzt besser findet kann jeder für sich selbst entscheiden. Außerdem ist die Räumlichkeit ein wenig anders. Dort ist es eine offene Küche am Ende des Flures, mit wie ich finde sehr kleiner Arbeitsfläche, aber nen sehr tollen Riesentisch. Bei uns ists dann eher gemütlich mit TV und ein paar Sofas. Das Zimmer dafür ist wirklich toll, viel Holz an Wänden, Boden und Möbeln, und sehr modern mit schalldichter Tür, da kann man echt jede Menge Geräusche und Laute von sich geben, ohne das es jemand hört. Hm. Naja haben dann noch ein wenig gequatscht und sind dann ins Reich der Träume entschwunden.


Tag 2

Ausgeschlafen, gefrühstückt und gefreut. Über wunderschönes Touri-Foto-Wetter. Blauer Himmel und Sonnenschein (die Zeilen könnten auch aus einem schlechten Schlager sein). SO nach einigem Gegrübel, welcher Fahrschein nun der Beste für 2 Personen und ein Wochenende wäre, fuhren wir in die Stadt, um die anderen 3 Mädels zu treffen, die in einer Jugendherberge geschlafen haben. Und das war gar nicht so einfach. Aber um es kurz zu machen, denn Blogplatz ist ja auch heiß begehrt, wir haben sie getroffen und uns dann schließlich wieder getrennt, da Anne und ich im Sightseeingfieber, die anderen aber im Shoppingwahn verfallen waren. Also auf nach Gamla Stan zum schlendern und Schloss anschaun, und dann trafen wir uns schon wieder mit den Mädels, denn das Highlight des Stockholm Trips stand an bzw. war nur noch wenige Stunden entfernt! Na neugierig? Noch ein wenig Geduld. Erst einmal ein lecker Kaffee in einem Cafe was eigentlich ein Schiff war. Toll, mit Ausblick auf Djurgården. Teilweise hats ganz schön geschaukelt, wenn ein Schiffchen vorbeikam. Aber auch das haben wir überstanden. Dann auf nach Djurgården genauer nach Gröna Lund. Ein riesen Vergnügungspark. Vorher schnell noch Fast Food gegessen und dann schon riesig gefreut, denn am Abend sollte hier ein Konzert sein. Nein nicht irgendeins, Moneybrother! Und das für läppige 70SEK, die der Eintritt in den Park gekostet hat. In Gröna Lund ist das nämlich folgendermaßen: Man bezahlt einen Betrag Eintritt und dann kauft man sich ein Fahrtenheft oder auch einzelne Billets mit denen kann man dann die Fahrgeschäfte benutzen. Nach einem Rundgang haben wir uns dann doch noch entschlossen ins Lustigt Hus zu gehen. Das ist so eine Art Spaß Haus mit viele schrägen Sachen durch die man durchlaufen muss und jeder Menge Sinnestäuschungen. Man war ich verwirrt danach. Ich vergaß noch zu erwähnen, dass wir quasi verfolgt wurden, von in Plüsch gekleideten Maskottchens des Parks die sich ständig an uns hangen und Fotos machen wollten. DAs war schon leicht scary, denn sie waren überall und hatten auch weder Scheu uns zu erschrecken noch vor Körperkontakt. Oh man gruselige Plüschtiere sind nicht so mein ding. Ahhh. HBin da ja auch nicht unschreckhaft. Ich wollte ja unbedingt noch auf ein anderes Fahrgestell, aber da war meine Überredungskunst überflüssig weil keiner wollte.Das fährt weit hoch ich denke mal so ein paar hundert Meter und dann wird man einfach „fallengelassen“. Hab das schon mal in Soltau gemacht und noch nie so nen Adrenalinausschuss (sagt man das so?) gehabt. Naja, dafür kam ja dann Anders Wendin, alias Moneybrother. Und ich lief große Gefahr, denn die anderen 4 Mädels hatten keine Ahnung von Moneybrother, bzw. vielleicht mal nen Lied gehört. Also hoffte ich, dass es ihnen genauso gut gefällt wie mir. Und ich denke sie wurden nicht enttäuscht. Eine super tolle Show, mit ein wenig Schwedisch, Tanzen und viel Emotionen. Einfach toll. Ich glaube ein paar wurden überzeugt und wir hören jetzt desöfteren die CDs. Nach dem Konzert hab ich mir noch meine erste schwedische CD gekauft, mit Signatur sogar. Die wollte mir erst einer wegschnappen. Aber ich war schneller. Und das auch noch zum Schnäppchenpreis von 100SEK. Voller positiver Emotionen haben Anne und ich uns dann noch mit Micha getroffen und sind mit dessen Freunden in einem ominösen Kellerclub namens irgendwas wie Slash, Stash…oder so in Södermalm. Ich sag mal so, es war witzig, strange und heiß. Irgendwann sind wir dann auch heimgekommen und dann ab ins Bett.


Tag 3

Shoppen! Das war das Ziel. Der Weg sollte uns durch Södermalm, einem eher alternativen Viertel führen. Soweit so gut. Einige Shops durchforstet, irgendwann auch das sagenumworbene Cheap Monday gefunden. Aber nichts gekauft. Wie tragisch. Aber so ist es wohl immer, wenn man es ganz doll will, dann klappts nicht. Hmpf. Ein wenig traurig waren wir schon. Schon mal das Zugticket für Sonntag gekauft und abends noch auf nen Drink nach Gamla Stan. Den Abend in Michas Bude ausklingen lassen. Mit was verrat ich nicht ;)


Tag 4

Tag der Abreise. Mittags sollte der Zug fahren, vorher noch was essen und ab zu Zug. Unsere Beine wollten uns nicht mehr so recht tragen, denn wir haben sehr viele Kilometer (dem Bahnticket entsprechend) hinter uns gelassen. Die Zugfahrt, ja sie war abwechslungsreich. Denn wie wir am Bahnhof bemerkten, mussten wir in Nyköping umsteigen. In einen Bus. Aber wir haben echt schlimmes erwartet. Und was kam? Es war ein sehr komfortabler Bus mit Ledersitzen, das Gepäck war im Businneren verstaut. Ein wenig Zeit für ein Nickerchen. Da der Bus dann noch Norrköping ausgelassen hat, waren wir echt super schnell am Ziel. In Linköping. Welcome Back. Im Alltag.

Sonntag, 12. Oktober 2008

Blue-(Wo)man-Group.

Nun ja, ein neues befremdliches Brauchtum sollte uns in den Bann ziehen. Stichwort: Overall.

Schon Ende August haben wir Ihn bestellt. Und drei Wochen später sollte er dann auch da sein. Unser Overall.

Wikipedia sagt dazu: „Studentenoveralls sind eine in Nordeuropa weit verbreitete Partybekleidung von Studenten und Teil der dortigen Studentenkultur.“

Wie sehen die aus? Je nach Studiengang und Fachschaft gibt es verschiedene Farben und Formen. Individuell wird’s dann beim Benähen, -kleben, -malen. Denn bei jeder Party zu der man geht, gibt es ein sogenanntes Patch, das man dann auf den Overall befestigt, wie auch immer. Noch dazu ist es üblich die jeweiligen Streifen an die Beine des Overalls zu nähen, oder zu kleben. Wenn man noch weiter gehen möchte, dann tuts der Name aufm Bein oder wo man mag.

Wann und warum ziehen Schweden Overalls an?

Overall trägt man zu einer Studentenparty an, die man hier Kravall (mit oder ohne Remmi Demmi) nennt. Und warum? Antwort eines Schweden „Damit man seine eigene Kleidung nicht ruiniert.“ (so geht’s wohl auf den Kravallen zu, später in einem anderen Post mehr dazu) Ich denke man dass das Wort „Gemeinschaftgefühl“ hier nicht falsch ist. Der oft gelesene Zwiespalt der Schweden zwischen Gemeinschaftsgefühl und Drang nach Individualität wird dann durch eine individuelle Gestaltung besänftigt.

So trafen wir uns zum Pizza backen und gemütlichem Nähabend, um unsere noch jungfräulichen Anzüge zu verschönern. Noch ne Mädels-DVD und es ist perfekt. "Jo, jo, jo, jo, jo" in den Blaumännern fühlten wir uns ein wenig wie in der Pitstop Werbung, und als müssten wir zugleich noch irgendwo Rohre verlegen, also ran ans Nähen. Und Ja, wir wollten nähen! Manch anderer würde es einfach halbherzig draufkleben aber nein, dafür sollte man sich Zeit nehmen, und ruhig ein wenig Herzblut reinstecken. Unsere anfängliche Motivation wurde nach gefühlten 20 Stunden ein wenig gedämpft. Als wir bemerkten, dass wir nach 6-7 Studen gerade ein mal einen Streifen an einem Hosenbein genäht hatten, und das zum Teil auch nur fast. Oje. So saßen wir 2 DVDs und ein paar CDs später da und entschieden uns das Aufnähen der Patches und der anderen Seite zu vertagen. Doch „time is running“, denn der erste große Kravall sollte dann schon in ein paar Tagen sein, und da wollten wir ja nicht nackig da stehen. Ja ok, man kann auch ohne gehen, aber wo ist da der Spaß?

Dienstag, 7. Oktober 2008

essen, eat & äter.

Wenn ihr euch bisher gefragt habt, ob ich hier nur von Luft und Liebe lebe, dann seid ihr weit gefehlt. Essen gibt es nämlich auch hier. Und 2 besondere Anlässe, das Essen auch mit anderen Menschen, die die gleiche Intentioen haben zu tun, waren zum einen das Ärter&Punch sowie das Welcome Dinner. Aber nun eins nach dem anderen.

Ärter&Punch.
Neudeutsch bedeutet das soviel wie Erbsen und Punch. Und genau das gabs auch zum Essen. Dresscode: Nicely, das hieß für uns ein wenig schicker aber nicht zu schick...Getroffen wurde sich zum Rudelessen im [hg]. Das ist ein Studentenpub etwa 100m Luftlinie von meiner Haustür. Zu blöd, dass wir dachten, dass Essen findet in einem Gebäude der Universität statt. Naja, dann haben wir schon mal ein paar Kalorien verbraucht, indem wir den ganzen Weg umsonst gegangen sind. Aber auf die Eintrittskarte zu schauen, wäre auch zu einfach, da vertraut man doch eher seiner Intuition. So. Dort angekommen, gabs dann die erste Überraschung des Abends: Sitzplatzkärtchen. Und, wie toll das die Organisatoren gemischt haben. Damit man, ja, viele neue Menschen kennenlernt. Die Ordnung war ungefähr so: 12 Menschenskinder an einem Tisch. Dabei sollte es immer Frau, Mann, Frau, Mann (beliebig weit bis zum Tischende fortzusetzen) sein. Natürlich saßen den Frauen keine Frauen gegenüber, nein, man war quasi, ich spreche jetzt mal für mich als Frau, von männlichen Artgenossen umzingelt. Hm. Nun gut. Verschweigen möchte ich auch nicht, dass dieser Raum, oder besser diese 2 Räume total klein waren und sich somit alle zwangsläufig irgendwohin quetschen mussten, wenn jemand mal auf Toilette musste. Oje. Ein wunderbares, leckeres Essen könnte das jetzt entschädigen. Und ja die Betonung lag auf könnte. Soweit ich mich erinnere, gab es als Vorspeise Knäckebrot mit Butter und Käse, der Hauptgang gestaltete sich mit einer Erbsensuppe mit Senf sehr schlicht und als Nachtisch dann ein paar Pancakes mit Marmelade. Joa, ne. Naja gut, nicht zu vergessen die außergewöhnlichen Getränke: ein Bier und ein Punch/Person, Wasser, Kaffee/Tee. Sagenhaft.
Jedoch sollte d
ies der Stimmung keinen Abbruch tun. Denn, wenn es eins ist was ich gelernt habe an diesem Abend, dann ist es das die Schweden gerne Singen! Beliebte Tischrufe waren "Omstart!" (Zugabe), "Bordskål" (dann mussten alle am Tisch anstoßen) und "tempo" + Liednummer, um ein Lied anzustimmen. Verschieden Nationen, die Erasmus Koordinatoren (da ist mein Zimmernachbar "Lasse" auch bei) und natürlich, wer Bock und Böcke hatte, durfte vor versammelter Mannschaft singen.
Danach gabs noch ne Party...die ganz nett war, um mal ein paar nette Leute ganz ungezwungen zu treffen. Denn bei
m Essen war es doch etwas gezwungen...Man musste sich schon damit zufrieden geben neben wem man saß, man kann sich ja nicht einfach zu jemanden setzen mit dem man sich gut verstehen könnte. Allerdings habe ich auch anderweitige Schicksalsschläge von Pärchenbildungen gehört. Na dann. Prost.

Welcome Dinner.
Ja, wenn ma
n vom Ersten nicht genug haben kann, dann geht man halt noch auf ein zweites Dinner. Diesmal sollte es das offizielle Welcome Dinner der Universität sein, ein wenig schicker, teurer und gesponsort.
Dresscode: Formel/Well dressed. Oje, da musste man dann schon ein wenig schicker sein. Also ab ins Kleidchen. Mir solls recht sein, nur dass der Weg diesmal ein wenig länger war, denn wir mussten mit dem Radl in die Stadtmitte. Und ja diesmal war alles ein wenig leckerer. Zur Begrüßung gabs nen Drink, und die Speisekarte sagt folgendes;
  • Starter: Toast with forest mushroom topped with a herb salad
  • Main Course: Pepper baked salmon with chive sauce and oven roaster potatoes
  • Dessert: Claudberry cheese cake with blueberrys
Das Programm war teilweise echt witzig, eine kleine lustige Präsentation über Schweden und ein nettes Lied der Erasmus Koordinatoren über jedes Land, was soweit ich mich erinnern kann sehr fies teilweise war. So nach dem Motto: Wenn du nen Chinesen im Korridor hast dann wirds übel riechen. Über die Deutschen hatten sie nur zu sagen, dass wir ja alle in unseren fancy cars gekommen sind und jede Bar leeren werden. Tz. Diese Klischees. Außer dem Essen hat sich jedoch nicht viel geändert am Dinner-programm. Wieder einmal wurde gesungen, und geskålt. Der Deutsche Trink-Song ist übrigens: Eisgekühlter Bommerlunder. Najut dass man den kennt. Wer in Schweden einen Trinksong anstimmen möchte kommt an Helan går nicht vorbei:
Helan går
sjung hoppfaderallanlallanlej,
helan går
sjung hoppfaderallanlej.
Och den som inte helan tar
han heller inte halvan får.
Helan går (Es wird ausgetrunken)
sjung hoppfaderallanlej!
Und immer schön das Schnapsglas in die Höhe! Der Abend wurde unserseits abgerundet mit nem kleinen Korridorfete bei Tine...und dann gings ab nach Haus.
Noch ein kleines Schmankerl: Wir wollten mit dem Fahrrad nach Hause fahren, jedoch hatte die Claudi keins, und so sind wir zu zweit gefahren, dank Gepäckträger. Und dann ist echt mal ein Wunder geschehen. Denn am Anstieg des Berges kam hinter uns ein Spanier an, der fragte: "Do you need a bike?" Das haben wir uns nicht zweimal sagen lassen. Er hatte sozusagen eins zu viel, weil seine Freundin nicht mehr fahren konnte. Tolle Welt, mit netten Spaniern.

Sonntag, 5. Oktober 2008

Kalas bedeutet Party.

Vor-Bereitung.

„Kalasmottagningen är Sveriges största studentmottagningar“ Yeah und wir sind dabei. Ganz nach schwedischer Sorgsamkeit haben wir schon eine Woche vorher die Tickets geholt. Ausnahme diesmal, wir haben sie eher zufällig bekommen. Denn wir standen in einer Schlange für andere Karten. Und dann haben wir uns von dem Plakat mitsamt Kartenverkaufsstand neben uns ein wenig irritieren lassen. Denn die Tickets waren für Erstsemester kostenlos! Noch dazu keine Schlange! Und als Extra Schmankerl (als ob das nicht schon genug wäre) sollte tatsächlich Mando Diao spielen. Konzert und dann noch kostenlos. Wir dachten zunächst an irgendwelche versteckten Kosten,

aber nichts da. Die Schweden meinen es gut mit uns. Sowieso hat man manchmal den Anschein, die Universität

kümmert sich noch viel mehr um ihre Studenten und vor allem um die Austauschstudenten und Erstsemester.



Vor-Ort.

Also auf zum Cloetta Center (Cloetta Center ist ein riesiges Eishockeystadion, gesponsert von der Schoko-Firma Cloetta, ach nee). Mal wieder waren wir uns über die Zeit wann es am besten ist dort aufzukreuzen nicht sicher. Da man ja schon einen guten Platz beim Konzert erhaschen will. Und vorher sollte noch eine Job Messe stattfinden. Da werden die neue Studenten gleich von den Unternehmen schon rekrutiert. Hehe. Nagut wir sind dann uzr spätnachmittag- bis frühabendlichen Zeit dort aufgekreuzt. Und das war auch gut so. Einlass für das Konzert sollte 19uhr sein. Hm. Viertel vor sieben immer noch keine Schlange? Komisch. Aber nicht irritieren lassen. Wir stellen uns trotzdem schon mal an, mit unseren goldenen Bändchen, die soviel bedeuten wie Innenraum und Stehplatz. Yeah. Wer will schon langweilig auf der Tribüne sehen. Ein guter Überblick ist nicht immer alles. Mittendrin statt nur dabei, sag ich da mal. So und dann gings auch schon rein. Erste Überraschung des Abends: kein Eis im Eishockeystadion, schade, aber verständlich. Und die zweite sollte zugleich folgen. Wow erste Reihe…nagut zweite, aber was geht? In Deutschland muss man dafür ein paar Stunden früher da sein. All Clear. Ich glaube Mando Diao sind hier nicht so beliebt wie in Deutschland. Naja was nun folgte war ein Flash zurück in meine Schulzeit.

Denn vor der Scenshow, der eigentlichen Bühnenshow mit Band, gabs es ein paar komödiante Schmankerl. Ich sag euch, ich hab mich gefühlt wie auf meinem letzten Schultag, wenn die Schüler die Lehrer vera*** und wilde Tanzchoreografien aufführen. Vielleicht auch noch ein Chor, ja danke, die Show ist perfekt. Witzig. Und überall neue Studenten. Auch wir international students werden begrüßt. Abgerundet wird das Programm mi ein paar Videofilmchen, mit Sketchen rund um Campus und Studileben, nem Quiz und witziger Moderation. Ja gut nun. Zum Konzert.

Ok, die ersten paar Lieder kannte ich nicht. Dabei dachte ich, ich würde die Band kennen, was ist da los. Ach ja ich vergaß, die haben ja schon wieder ein neues Album rausgebracht…ich glaub das 5. In 4 Jahren. Was ist denn da los. Zu viel Druck? Naja das Konzert war dann doch noch echt gut. Ein wenig herumgespringe und mitgesinge. Und das inmitten von total schönen Menschen. Schweden halt.


Vor-Sicht.

Dass es dann doch alles ein wenig härter zuging in der vorderen Reihe, merke ich als mich auf einmal total entsetzte Gesichter von Anne und Tine anschauten. „Ist was?“ „Da ist überall Blut!“ Ups. Mir lief den ganzen Hals Blut runter, was ich natürlich nicht gemerkt habe. Anscheinend sah es aus wie aus nem Horrorfilm. Naja. Um euch zu beruhigen. Es war nur mein Ohr. Irgendwie hab ich wohl nen Stoß auf meinen Ohrring bekommen und dann nimmt die Geschichte ihren Lauf. Was man in dieser Situation macht? Taschentuch-Abwischen-und weiter geht’s.

Nach dem Konzert: Wir: glücklich und erschöpft. Endlich mal wieder Musik, die weder nach 90er noch nach billigem House-Trance Gedöns klingt. In den Räumen außerhalb das Stadion gabs dann noch ein wenig Party.

Als wir uns entschieden nach Hause zu fahren, sollte ich zum ersten Mal bereuen keine Regenjacke mit genommen zu haben. Das hat vielleicht geschüttet, meine Herren. Total durchnässt waren wir.

Dienstag, 23. September 2008

Unter freien Himmel.

Meer wir kommen.
Das letzte Wochenende im August, sollte ein ganz spezielles werden
. Das letzte Wochenende bevor die Uni so richtig los geht, das letzte mit Sonnenschein und wie wir später feststellten das Ende der Touri-Saison. Also was tun? Wir fahren Campen. Und da kommt mal wieder ein wundervoller Vorteil Schwedens ans Tageslicht. Campen ist ÜBERALL erlaubt. Wie aufregend. Die Vision: Wir (Tine und ich) fahren los und zelten einfach irgendwo wo keiner zeltet, möglichst mit Meerblick. Ok.
Also die Vorbereitungen waren abgeschlossen. Essen ist eingekauft – Haken, Rucksack gepackt – Haken, Gute Laune – Haken, ich liebe Checklisten. Also ab ins Auto geschwungen und vollbeladen Richtung Ostküste gefahren. Natürlich nahmen wir nicht die normale Schnellstraße. Nein. Wir vertrauten dem ADAC Straßenführer und folgten den gekennzeichneten „Landschaftlich schönen“ Straßen. Und die waren wirklich sehr schön. Immer mal ein Haus, ansonsten: Felsen, Wald, Seen und Wiesen und das alles in der schönsten Abendsonne. Vorbei an Åtvidaberg, Gammelby bis nach Västervik. Dort wollten wir dann auch die erste Nacht verbringen. Jedoch machte und unsere nicht vorhandene Planung einen Strich durch die Rechnung. Denn Västervik ist einfach zu „groß“ um irgendwo zu zelten. Am Hafen gabs nämlich nur Industrie. Also weiter nach Händelöp, dachten wir uns. Auf der Landkarte war es nur ein kleiner Punkt und ausgeschildert auf den Straßen war es schon gar nicht. Aber unser 7. Sinn brachte uns mittels innerer Kompass-Methoden dann doch zum Ziel. Und dann ließen wir uns nieder. Naja ganz allein waren wir nicht. Denn neben uns hausierte noch ein Wohnmobil. Aber an den Stellen wo es einsam gewesen wäre, hätten wir aufgrund des hohen Felsenanteils und der von uns befürchteten Rückenschmerzen nicht schlafen können. Mittlerweile ist es auch schon ein wenig dunkler geworden. Und ja wir mussten noch das Zelt aufbauen. Was aber – aufgepasst – kein Problem war, denn Tine hat den Genialen Zug gemacht und sich ein 2 Minuten Wurfzelt gekauft. Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht, denn man muss es einfach auf die Stelle wo man es haben möchte werfen und dann stehts. Heringe rein, Und fertig ist die Geschicht. Und dann nur noch was essen. Da gabs dann lecker Bratwürste (nein, unvergleichbar zu den Thüringern, aber sie haben gesättigt), Salat und Brot auf nem quadratisch praktischen Einweggrill. Abends war es dann echt stockduster. Keine Lampe nur das Rauschen des Meeres ließ uns erahnen wo wir sind. Und die tausend Sterne am klaren Himmel waren ein fach wundervoll (schwedisch: underbart). Wir haben sogar voll viele Sternschnuppen gesehen. Und natürlich alle möglichen Wünsche geäußert. Am Ende hatten wir so schnell gar keine Wünsche mehr, wie wir Sternschnuppen überaschenderweise gesehen haben. Vielleicht hätte wir uns einen nicht steifen Nacken (vom ganzen „in den Himmelstarren“) wünschen sollen. Die Nacht verlief, sagen wir mal, gut. Die Geschichten, Leute würden überfallen werden beim Wild Campen und die Angst vor Bären und Elchen die über unser Zelt stolpern ließen mich dann doch immer mal aufwachen. Aber der Blick aus dem Zelt am nächsten Morgen sollte alles wieder gut machen. Sonne und Meer, kann man mehr verlangen? Toll. Frühstück und dann ab ins Auto Richtung Öland.


Inselfeeling.

Öland. Ja hab gehört da soll es wärmer sein als im restlichen Schweden. Sozusagen gewinnt Öland immer den Contest „der meisten Sonnenstunden im Jahr“. Also ab hin, bevor uns der Herbst ganz einnimmt. Die Fahrt dahin gestaltet sich vergleichsweise einfach. Wieder einma
l landschaftlich sehr schöne Straßen leiten uns durch Oskarshamn bis nach Kalmar, wo es eine Brücke zur Insel gibt. Hatte ich noch nicht erwähnt: Für alle Unwissenden: Öland ist ein Insel im Osten Schwedens, und jetzt für Fortgeschrittene Schwedenkenner: Ö heißt auch noch Insel. Verrückt oder? Mal wieder schönstes Sonnenwetter sollte uns den Tag versüßen und wir konnten es nicht abwarten uns ans Meer zu legen und zu sonnen. Aber erstmal gings über die architektonisch durchaus interessante Brücke. Denn man fährt darauf zu und sieht eigentlich nur dass es bergauf geht. Und das sehr steil. Anscheinend sind die Schiffe riesig die da drunter durch fahren, Dann geht es irgendwann, logischerweise am Zenit der Brück wieder abwärts und man sieht Land, Öland. Ist nämlich gar nicht weit entfernt vom Festland. Der erste Stop auf der Insel sollte dem Touristenbüro gelten. Unweigerlich erkenntlich standen davor zahlreiche deutsche Autos, was die Frage wieder aufwirft: „Ist Schweden bei den Deutschen als Urlaubsziel so beliebt, oder verreisen die Deutschen allgemein gern und viel?“ Denn mich lässt das Gefühl nicht los dass sie überall sind, die Deutschen. Nahezu jedes Touristengebiet wird von ihnen gekarpert. Aber davon haben wir uns nicht abhalten lassen. Nach einer kurzen Informationsauskunft, wo die tollsten Strände Ölands sind – denn darauf kommt es ja schließlich an, nicht wahr – mussten wir uns entscheiden: Norden oder Süden. Denn da wir nur einen Tag da bleiben wollten, war nur eins möglich. Wir entschieden uns intuitiv für den Norden. Denn da gabs auch ne kleine Sensation: Die Sommerresidenz der Königlichen Familie. Yeah. Aber erstmal ein Plätzchen zum Relaxen und Schlafen suchen. (Nein, das ist nicht das gleiche, hinreichend und notwendig sind die Stichworte)
Da es auf Öland ziemlich touristisch ist, war es nahezu unmöglich ein schön
es Plätzchen am Meer zu finden ohne Campingplatz im Anhang. Denn die gab es da wie Sand am Meer. Was für ein Wortspiel. Also entschlossen wir uns die 11 Euro für nen Platz auszugeben. Ein weiterer Vorteil waren natürlich die vorhandenen Toiletten und Duschen. „Und wo können wir das Zelt aufbauen?“ Die Antwort des auf die Karte zeigenden Zeltplatzherren „Egal, einfach irgendwo da.“ Ok. Und nun schnell das Zelt hinwerfen, natürlich so, dass wir Meerblick haben und dann in den Bikini werfen. Und ja: Es war warm! Und ja: Wir sind ins Wasser! Und noch mal ja: Es war wunderbar. An diesem Tage wurde uns dann noch etwas klar. Ende August ist auch Ende der Ferienzeit. Denn während wir das Zelt aufstellten, bauten alle Menschen um uns herum ab und packten ein. Es war eine ungewohnte aber entspannende Stille. Am Abend haben wir dann doch noch einen leckeren Italiener (also an dieser Stelle mein ich ein Restaurant nicht den italienischen Menschen an sich) gefunden. Und uns mit vollgestopften Magen den Rest des Tages noch mit Spaziergängen und Kartenspielen vergnügt.


Stängt, Stängt oder auch inte Öppet.

Die Worte der Überschrift werden sich im Laufe des Textes selbst erklären. Sonntag morgen. Erstmal lecker frühstücken. Noch schnell die restlichen Urlauber vom
einzigen Tisch inkl. Bank verscheucht und alle essbaren Habseligkeiten verspeist. Der letzte Tag im August. Noch war und die Tragweite dieses Datums noch nicht ganz klar. Denn mit den abwandernden Touristen uns Schweden sollten sich auch die Öffnungszeiten diverser Restaurants, Imbisse und Sehenswürdigkeiten ändern. Aber dazu später mehr. Tagesprogramm: Richtung Linköping, aber auf dem Weg wollten wir noch ein wenig Geschichte und Kultur aufschnappen. Also Slotts ruin Borgholm, Schloss und gleichzeitig Sommerresidenz der Königsfamilie "Solliden", Glashütte in Nybro, und Vimmerby (Geburtsstadt Astrid Lindgrens) kombiniert mit Lönneberga. Viel vorgenommen. Doch unser Plan war weder ausgereift noch von Gefahren verschont. Denn, so gut wie alles hatte....ok, ein wenig die Spannung halten und schrittweise beginnen.
Nur wenige Kilom
eter von unserem Zeltplatz liegt die Schlossruine Borgholm. Dort angekommen führte uns unsere Weg über merkwürdige Gitter, die teilweise für "kleine" Füßchen zeimlich gefährlich sind. Wie nehmen an es ist für oder besser gegen die Kühe. Die laufen da nämlich frei rum und sollen sicher nicht zur Ruine rein. Gleiches Recht für KÜHE! Naja. Wurde nicht erhört. Dort angekommen, war noch alles ziemlich still. Was sicherlcih damit zusammenhängt, dass die Ruine noch nicht auf hatte. Mist. Dann weiter zum Schloss Solliden. Das liegt ja genau daneben. Auch hier sollte uns unser gepachtetes Pech nicht verlassen. Denn auch hier geschlossen. Hm. Was nun? Motivation ganz unten. Nagut aber wir wollten ja noch zu den weltberühmten Glashütten in Südschweden. On y va. Um euch diese äußerst tragische Geschichte zu verkürzen. Alle hatten geschlossen. Lediglich die Shops waren offen. Sodass man immer schon einkaufen kann. Und wir waren nicht nur in einer Stadt, nein in gefühlten 10.000. (Ich glaube es waren 4-5) So, Motivation gaanz weit unten. Aber nein, da war ja noch ein Lichtblick. Pippi, Michl, und Co. Zur Info: Michl heißt in Schweden Emil, der Name ist wohl eher landestypisch. Und da die Geschichten ja heißen: Emil i Lönneberga (vom Katthult Hof) wollten wir nach Lönnenberga. Ok, wir waren auch dort. Aber Michl oder Emil nicht. Selbst die symbolische Holzfigur war hinter verschlossenen Türen. So blieb uns nur ein Blick auf das nicht ganz so schöne Lönneberga. Das hab ich mir anders vorgestellt. Ich bin ein wenig desillusioniert. Später dann gelesen, dass die Filme gar nicht in Lönneberga gedreht worden, sondern der Katthult Hof in nem benachbarten Ort steht. Angeblich weil Lönneberga nicht ganz so viel Flair hat, ach was. So dann nach Vimmerby. Die Astrid Lingren Welt hat wider Erwarten schnon geschlossen. Aber da wollten wir eh nicht rein. So. Weil erstens viel zu teuer, und wir eh schon zu spät dran. Dann habne wir uns halt das Geburtshaus von der werten Dame angeschaut und ein wenig Vimmerby. Kaffee, schrie es uns aus der Seele. Aber wir haben kein einziges geöffnetes Kaffee gesehen. Aah.
So fuhren wir ein wenig erschöpft von den ganzen Pleiten nachhause, mit dem Gedanken, das nächste Mal klappts besser.