Mittwoch, 14. Januar 2009

Süße Traditionen oder auch Krapfen fassen.

Einer wohl alten germanischen Tradition zufolge, werden zum 11.11. dem offiziellen Beginn der Karnevalszeit, Krapfen gebacken und genüsslich verspeist. Diese Tradition wollten wir natürlich keinesfalls auslassen oder verpassen. Da nun nach Fika und Kanelbullarpreisung das Backen zu unsere zweiten Leidenschaft geworden ist, sollte es heißen „Ran an die Backlöffel und los.“ Traditionsbesonnen wie wir nun mal sind, mussten unsere Ohren genauso wie unsere Hüfte dran glauben. Denn der musikalische Rahmen wurde durch Karnervalsmusik bestimmt. Ein Kracher folgte dem nächsten. Das knallrote Gummiboot hatte ne superjeile zik und Marmor Stein und Eisen brach. Im Nachhinein würde ich diese Musik auch dafür verantwortlich machen, dass sich die Mengenvorstellungen unsereins überschlugen und wir eine Jahresration an Krapfen gebacken haben. Doch dies war kein Grund zur Trauer, denn kurzerhand wurden Annes Korridormates und noch ein paar schwedische Freunde meinerseits zum gemeinsamen verspeisen und Kennenlernen deutscher Kultur eingeladen. Und die Krapfen kamen sehr gut an. Doch nicht nur der Geschmack war ein Highlight. Auch die mitunter witzigen Figurkreationen waren ein echter Hingucker und verleiteten zum Fantasieren. Und so musste unsere Karnelvalstradition der Silvestertradition des Bleigießens weichen. Denn nun wurde philosophiert: „Was könnte das sein? Und was zum Teufel könnte das bedeuten?“
Fazit des Abends:
Traditionen sind toll. Besonders wenn sie so lecker sind.

Samstag, 27. Dezember 2008

Riga.

Vorwort.
Es ist November und ich bekomme Besuch. Diesmal sollte Stoff aus Stuttgart angereist kommen. Und damit meine ich nicht Stoff in Allgemeinen, sondern Stefanie. Aber Stoff in Form von Alkohol hatte sie natürlich auch dabei. Und das war auch gut so, denn den Gang zum Systembolaget wollte ich mir und meinem ungefüllten Portemonnaie ersparen. 
So kam sie voll bepackt mit einem riesen Koffer, in dem ich dann im Gegenzug zum mitgebrachten Alkohol weiteres lästiges Übergepäck meinerseits mit geben konnte, welch Erleichterung. 
Die Woche startete mit den obligatorischen Spaziergängen in und rund um Linköping. Diesmal anders: das Wetter. So einen Nebel habe ich noch nicht gesehen. Alles sah irgendwie total gespenstig aus. Wuaah. Gruselig.  Aber so ein Spaziergang verlangt auch nach einer leckeren Tasse Tee, die wir nicht verschmähten und auch den ein oder anderen Chai Latte. Lecker. Den hab ich in der Zeit richtig lieb gewonnen.

Hauptteil. 
So aber nun zum interessanten Part, damit ihr mir hier nicht einnickt (keine unnötigen Details, nicht wahr). Am Freitag sollte dann eine Party bei Mascha steigen, eine so genannte Korridorparty, die 
wir auf keinen Fall verpassen wollten. Auch der am nächsten Tag geplante Riga-Trip sollte und nicht davon abhalten. Lange Geschichte kurz: Wir haben eine halbe Stunde geschlafen und uns 5 Uhr mit dem Auto nach Skavsta Airport aufgemacht. Von da aus dann 40min mit dem Flieger nach Riga. Dort angekommen sogar Zeitverschiebun
g, ne ganze Stunde, und damit Startschuss zum Frühstück. Dem heißersehnten. Nachdem wir unser European Frühstück in einem
 Cafe in der Altstadt verspeist hatten geschah etwas für uns total Unerwartetes.  Die Kellnerin stellte auf jeden Tisch Gläser natürlich gemessen an der Personenanzahl. Eine zweite folgte Ihr. Zunächst dachten wir, sie würde uns ein Wasser zu Kaffee reichen. Jedoch sprach dagegen das Argument, dass unser Kaffee schon längst leer war. Ok. Wir warten mal ab. In den Händen der zweiten Kellnerin befand sich jedoch keine Flasche Wasser, sondern bester Asti Sekt. Die vorläufige Skepsis unsererseits, wir müssten womöglich den Sekt bezahlen (man weiß ja nie wie Lettlands kulturelle Gegebenheiten so sind), verflogen schnellstens als wir nachfragten wie, warum und sowieso. Denn 2 Männer aus Wilna dachten sich sie müssten eine Lokalrunde Sekt geben. Denn wir waren nicht 
die Einzigen, die beglückt wurden. Meine Neugier konnte jedoch kaum in Zaum gehalten werden. Und so musste ich es tun. Claudia und ich gingen zu den zwei Herren, bedan
kten uns und beglückwünschten sie zu whatever. Doch es gab nicht zu gratulieren. Denn sie meinten als Grund der Lokalrunde: Nur mal so, weils Spaß macht. Hm Nagut, wenn mans braucht. Uns wollten sie dann auch noch zu weiteren Köstlichkeiten einladen und am liebsten noch den ganzen Tag begleiten. Doch wir lehnten dankend ab. und machten uns zu unserer Riga-Besichtigung auf. Geplant war ein schöner Spaziergang durch die UNESCO gekrönte Altstadt, durch wunderschöne Parks und entlang zahlreicher Denkmäler und Statuen. Denn wenn eins sicher ist, dann dass die Rigaer abermillionen an gemeißelten Köpfen in Stein zu bestaunen haben.  Nicht schlecht, Herr Specht. 

Nachwort.
Nun noch eine kurze Bewertung meinerseits. Besonderes Lob gilt, tada - drommelwirbel, dem
Wetter. Wunderschöner Sonnenschein versüßte uns das kalte Klima des Baltikums. Danke. 
Außerdem erstaunte uns die mit Jugendstil-Villen vollgepackte Altstadt. Auch ein paar Backsteinbauten schummelten sich 
dazwischen. Das darin zu begründen ist, dass die Stadt Riga von Bremer Handelsleuten gegründet wurden ist. Das wiederum konnte man in einer weiteren Statue sehen, die der Bremerstadtmusikanten. Noch ein kleiner Insider zum Schluss: außerdem erfreuten wir uns an stilvoll eingerichteten italienisch anmuten den FastFood Restaurants. Am Abend ging es dann wieder zurück in den Flieger und ab nach Stockholm. Den Sonntag schön in Stockholm ausklingen lassen und dann zurück in heimige Gefilde. 

Mittwoch, 3. Dezember 2008

fika.

Schon oft erwähnt, doch jetzt sollte die sagenumworbene Fika ihren eigenen Post bekommen. Vorher noch ein Geständnis: Ich mag sie sehr.

Ja, es ist eine schöne Tradition. Wesentlicher Inhalt sind: Kuchen, Kaffee und Kesellschaft. Wer kennt sie nicht die 3 K's. Bei uns im
Korridor war sie vor einiger Zeit vorübergehend abgeschafft. Jemand muss sich halt drum kümmern. Lange Geschichte kurz: Wir haben sie wieder eingeführt. Und schon war der sonntagliche Abend gefüllt mit Kaffee und Tee sowie herrlichen Kuchenduft.

Zu meiner Fikapremiäre backte ich zusammen mit Freunden einen leckern Fan
takuchen. Typisch deutsch halt. Dachte ich. Und tatsächlich: keiner kannte ihn. Und alle haben kräftig zugeschlagen. Unser Chinese Lu hat sich das auch nicht
entgehen lassen und seine Stäbchen nicht verschont. Ja richtig. Er hat den Sahnekuchen doch glatt
mit seinen liebsten Begleitern gegessen. Wie ihr auf dem Foto sehen könnt.

Neben Kuchen und Kaffee durfte Spiel und Spaß nicht fehlen. Nach einiger Überzeugungsarbeit wurde dann auch mal der Fernseher ausgeschaltet und zu gesellschaftlichen Spielen übergegangen. Ganz oben auf der Hitlist Tabu und Who is Who (ihr wisst schon das Spiel mit den Zetteln auf der Stirn). Zu einem Spiel konnte ich jedoch kaum Leute überzeugen: Scharade. Warum eigentlich nicht? Das ist doch sooo witzig. Naja, manche müssen das wohl noch erkennen. Damn.

weitere beliebte und gebackene Kuchen:
  • Kladkaka
  • Adventskuchen
  • Lucikatten (besonders im Advent)



Bio.

Nein, es geht nicht um biologische Lebensmittel und den neuen Trend jetzt alles mit dem Siegel Bio zu kaufen, um sein ökologische Gewissen zu beruhigen. Es geht ums Kino, denn das nennt man hier in Schweden und zu eurer wahrscheinlichen Verwunderung: Bio.

Ja, ich habe es getan. Ich habe ein schwedisches Kino betreten. Aber es ist kaum anders. Unterschiede zeigen sich nur in der Sprache und im Popcorn, das ist nämlich gesalzen. Bäh. Aber zu meinem Erstaunen finden die Schweden süßes Popcorn total eklig. Waaas? Ich versteh die Popcorn-Welt nicht mehr. Aber wir haben uns darauf geeinigt, dass es wohl Gewohnheit sein muss (Anmerkung meinerseits: gesalzenes Popcorn zu mögen).

Patrick 1,5.


Mein erster Schwedischer Film in Schwedisch. Aaah. Und das schon im Oktober. Ich war ein wenig nervös, ob ich überhaupt was versteh. Da war ich mit meinen 2 Mitbewohnern Lasse und Sofia und deren Freundin Linnea. Der Film handelt von einem schwulen Paar, welches gerne ein Kind haben möchte und dieses adoptieren möchte. Als sie dann endlich die Zusage für Patrick ein 1,5 Jahre alter kleiner Junge bekommen, sind die beiden überglücklich. Doch wie so oft sollte alles anders kommen, als gedacht. Das Komma bei 1,5 war dort nur versehentlich, und in Wirklichkeit war Patrick 15, schwulenfeindlich, vorbestraft ... die ganze Palette. Die Geschichte nimmt seinen Lauf.

Der Film war, trotz dass ich nur den Smalltalk Wort für Wort verstanden habe (den Rest dann eher im Zusammenhang), sehr witzig. Und so entschloss ich mich, nun doch nicht vor schwedischen Filmen Halt zu machen, sondern ruhig auch mal mir schwedische Filme in der Landessprache anzusehen. Darauf folgt dann nämlich auch der zweite Film:

Låt den rätte komma in.

Diesmal mit meiner Tandempartnerin Lisa. Ein sehr nettes Mädel, frische 18 Jahre alt und willig Deutsch zu lernen. Denn sie will dann auch im Januar nach Düsseldorf für ein Praktikum. Wir treffen uns so alle 1,5 Wochen auf nen Kaffee, um Deutsch und Schwedisch zu reden. Und um bei den Hausaufgaben zu helfen. Diesmal wollten wir aber was Spaßiges machen und gingen so ins Kino. Lisa hatte zudem noch in einem Literaturwettbewerb 2 Kinokarten gewonnen und lud mich ein. Dazu gabs noch Godis (Süßigkeiten) und perfekt wars.
Der Film war etwas anders als der Erste. Diesmal eine undefinierbare Mischung aus gruselig und süß. Denn es drehte sich haupsächlich um 2 kleine Kinder (nagut sie waren schon so 13), wovon das Mädel ein Vampir war. Die Liebesgeschichte war echt sehr süß. Aber manchmal bin ich schon ein wenig aufgeschreckt. Allgemein war der Film voll schöner Winterbilder Schwedens. Sehr idyllisch. Und sehr 80er. Es wurde allgemein nicht massig viel gesprochen. Aber wenn was gesagt wurde, hab ichs doch tatsächlich verstanden. Toll-

Noch für die Neugierigen, die sich mal einen schwedischen Film anschaun wollen. Hier noch ein paar Exemplare, die ich auf DVD mit englischen Untertiteln gesehen habe:
  • Jalla! Jalla!
  • Änglagård
  • Så som i himmelen
Viel Spass.

Freitag, 28. November 2008

Mein erster Besuch. Teil 2.

Nach unserer langen Fahrradtour, hier das dann abends entspannen. bei Essen und Trinken. Der Samstag stand dann im Zeichen des Shoppens. Linköping City. Und abends dann Party! Und das auch noch in unserem Korridor! Lasse meinte wir sollten mal ne kleine Party machen. Ja, okej. Er hat danna uch unzählige Leute eingeladen. Ich dachte da eigentlich an ein gemütliches Get Together, weil es am nächsten Morgen ja weiter nach Stockholm gehen sollte. Naja. Wie soll ich sagen. Die Party war gut. Viel Alkohol und witzige Gespräche. Für Kathrin ein wenig zu viel Wodka und komische Österreicher. Nicht wahr? Und ein wenig zu viel nackte Haut und Stösschen. Nichtsdestotrotz hieß es am nächsten morgen: Packen, frühstücken und ab in den Zug. Hat auch alles super geklappt. Unseren Kater hat man uns kaum angemerkt *hust. Und pünktlich zur Eincheckzeit waren wir da. In unserem Hostel (Skanstull Vandrahem). Dieses ist sehr zu empfehlen. Nichts täuscht hinweg über Free Pasta und Internet. Auch die Zimmer und anderen räumlichen Gegebenheiten sind gut ausgestattet. Unser Aufenthalt würde sich in kurzen Worten mit: viel Spiel, Spaß und Bewegung, beschreiben. Aber das wollen wir natürlich ein wenig genauer wissen.

Spiel.

Nicht geht über Kniffel und (Räuber-)Rommee. Diese 2 Haupstpiele erferuten uns Tag für Tag. Manchmal kam noch ein StadtLandFluss dazwischen. Der Versuch Wizzard zu spielen scheiterte. Ja ich will sagen an mir. Einfach viel zu müde mir noch ein neues, unbekanntes Spiel anzulernen, ließ mich immer wieder auf die alten gewohnten zurückgreifen. Gewonnen hat sicherlich jeder mal.

Spaß.

Tage gefüllt mit schlechten Wortspielen, Lachkrämpfen über sinnloses Zeug und unwitzige Situationen, die dann doch sauwitzig waren. Ja so war es. Danke ihr beiden. Wir sind ohne Zweifel Witzkompatibel. (Keine Widrrede Kathrin) Noch ein kleines Schmankerl für die Insider: "debaduda-da-de-dabendada." Ich schmeiß mich echt heute noch weg. Witzig.

Bewegung.

Ich drücks mal so aus: Wir sind überdurschnittlich viel gelaufen. Wir haben in den 3 1/2 Tagen Stockholm nie die Tunnelbana oder sonstige öffentlichen Verkehrsmittel benutzt (außer zu An- und Abreise) sondern wir haben auf traditionellen Wege die stadt erkundet. Insgesamt 3 (durch den Reiseführer empohlene) Spaziergänge sind wir abgelaufen. Der erste war auf 30 Minuten angelegt, dauerte aber denke ich 2 Stunden. Södermalm war das Ziel. Fazit: Wunderschöne Ecken ("hier Wohnen? Ja!"), Wahnsinnsaussicht ("wow.") und müde Beine. Der Zweite führte uns durch die Innenstadt und Gamla Stan. Dieser war auf 90 Minuten angelegt und ihr könnt euch vorstellen was das bedeutet. Ein letzter dann noch auf Djurgården, den wir jedoch vorzeitig abbrechen mussten,w eil es einfach zu viel war. Abgerundet wurden die Tage dann stets mit einem leckeren Pastagericht, jeweils in einer anderen Variation. Lecker. Schöne Tage in Stockholm.

Donnerstag, 20. November 2008

Mein erster Besuch. Teil 1.

Endlich wieder normale Leute. Diesen Satz ohne ein Lächeln zu schreiben, ist unmöglich. Wahrscheinlich ist die mitschwingende Ironie der Grund. Aber man weiß ja nur allzugut, dass in jeder Ironie auch ein Stück Wahrheit steckt.
Es war ein Unfall. Nein, ich re
de hier nicht von einer ungewollten Schwangerschaft. Aber auch bei dieser sagt man zumeist danach, ein glücklicher Unfall. (nicht wahr, Mama) Und so auch hier. Aus einem versehentlich gebuchten Flug für 2 Personen im Zeitraum vom 15. Bis 22. Oktober wird ein toller Urlaub. Und ich bin auch nicht böse darum, dass sich dieser von vorher geplanten 3 Tagen auf 7 verlängert hat. Glücklicherweise sollte sich herausstellen, dass genau in dieser Woche, für mich eine freie Woche beginnt. Eine Woche ohne Uni, ohne Prüfungen (obwohl es die offizielle Prüfungswoche ist, verrückt) und ohne Verpflichtungen.

Es war Mittwoch. 17Uhr, als ich leicht verspätet am Bahnhof in Linköping Morten und Kathrin abholte. Die Koffer gefüllt mit Präsenten und Flüssigkeiten machten mich noch glücklicher als ich ohnehin schon war. Abends gabs dann gleich noch lecker Köttbullar med potatis, brun sås och broccoli. Nachdem wir vollgegessen auf dem doch so weichen und gemütlichen Sofa lagen folgte noch der obligatorische Wodka mit Gurke. (Danke Micha fürs Rezept, es hat Anklang gefunden.) und Lasse gesellte sich noch zu uns. Ein schöner erste Abend.


Universitetet und Valla.

Am nächsten Tag hieß es dann für mich doch noch mal zur Universität zu gehen, um meine Tandem Partnerin zu treffen. Die beiden Turteltäubchen schauten sich derweilen den Campus an und später treffen wir uns noch zu einem Spaziergang durch das Naherholungsgebiet Valla, was gleich

hinter der Universität liegt. Ich war vorher noch nicht da und somit noch er

freuter wie schön erholsam es dort ist. Tiere, See, Wald, Reiterhof – Idylle. Und Kathrin lern

te einen neuen Freund namens Pferd kennen, mensch das war vielleicht fotogen. Es hat mit der Kamera geflirtet. Als das Pferd. Und anhänglich war es. Auf Schritt und Trip. Mit einem Spaziergang durch den Wald zu Gamla Linköping gings dann weiter. Und dann ab in die Stadt. Man

sind wir viel gelaufen. Der Abend sollte was Besonderes für uns bereithalten.


Eishockey.

Ein Eishockey Spiel, der ersten Klasse, ähh Liga. Linköping HC. Live im Cloetta Center. Ich habe für meinen Teil vorher noch nie Eishockey geschaut und war sehr gespannt ob ich beispielsweise den Puck sehe, ob ich die Regeln verstehe, und wie war das noch mal mit den berüchtigten Schlägereien an der Bande. Spannung. Eingelaufen ist das Team mit einem Feuerspektakel (während die Gegner wie durch einen Hintereingang unauffällig das Feld betraten), dann wie üblich ein junges Mädel dass die Nationalhymne singt. Tolles Spiel, mit vielen Ooohs und Wooows. Toll wie die da übers Eis gleiten. Ich bin beeindruckt und entscheide, dass es nicht das letzte Mal war. Danach sind wir natürlich noch heim gelaufen wie nicht anders zu erwarten geschätze 15km haben uns unsere Beine an diesem Tag getragen. Und das in dem Alter. Schnell ins Bett.


Bergs slussar.

Die Schleusen des Göta Kanals in Berg. Ein weiteres Ausflugsziel. Und diesmal per Rad. Dank glücklicher Umstände haben wir von Tine und Anne (danke noch mal) 2 Fahrräder ausgeliehen bekommen. Und bei allerschönstem Wetter radelten wir zum Roxen, einem See. Die Tour gestaltete sich ein wenig schwedenfremd. Denn nicht wie sonst totale Idylle, führte der Fahrradweg diesmal am Highway entlang. Aber wenn man auf die andere Seite schaute entschädigte das auch wieder. Dort angekommen hatten wir unsere vorher zubereiteten Baguettes zum Verzehr griffbereit. Toll. Dann ab nach Hause.

Montag, 10. November 2008

Kükenfest für alle.

Unter der Kategorie: 10 things you should not wear in Sweden - heute Part 1 (von hoffentlich 1). Geschehen an einem Tag im Oktober. Ahnungslos. Völlig überraschend.

So. Den HdM Studenten muss ich wohl kaum erklären, was das Kükenfest ist. Aber ich will es dem Rest der Welt nicht vorenthalten: Also, jedes Semester flüchten sie aus den mütterlichen und väterlichen Nestern, um in die Welt zu ziehen und Wissen zu erlangen. Unerfahren und voller Tatendrang. Die Erstsemester. An der HdM nennt man diese Küken, passend zu den Charakteristika jener. Und demenstprechend muss gefeiert werden. Die Party ist meist wild, mit vielen Beschmutzungen und einer Tortur durch einen Parcour, der seines gleichen sucht. Außerdem bekommt man noch ein wunderschönes - halbjährlich aktuelles - T-Shirt. Dieses ist nun auch der Mittelpunkt dieses Posts.

Ich dachte mir frühs, dass ich ja auch mal mein Kükenfest T-shirt anziehen könnte. Wahrscheinlich hab ich mir nichts wirklich dabei gedacht, und es angezogen, weil es gerade oben lag. Abends hatte ich dann noch Vorlesung. Schwedisch. Und dachte ich kanns ja ruhig anlassen. Sieht ja auch ganz schick aus. Als ab an die Uni.
Später bin ich dann nach Hause und der Hunger trieb mich in die Küche. Und da war auch Lasse - mein Mitbewohner. Ein wenig skeptisch machte mich sein Blick auf mein T-Shirt. Der Gesichtsausdruck wandelte sich beim Lesen in ein lachendes Gesicht. "What is this?" he said. Ich sagte nur ein Shirt meiner Hochschule. Er brach in Gelächter aus. Später kam dann noch Sofia in die Küche. Als Lasse zu ihr meinte: "Take a look at Katrin's shirt " wurde ich noch skeptischer. Und als sie dann auch noch grinste, wollte ich es wissen. Doch Lasse kam mir zuvor. "Do you know what Kuken means in Swedish" (Anmerkung: Es wird Kuken geschrieben, aber Küken ausgesprochen, gibt ja hier kein ü) Ich so: "Nein." Ja, als dann die Antwort kam: "dick, or pen**" war mir alles klar. Ich laufe hier mit einem, ich weiß gar nicht ob ich es aussprechen kann, Penisfest-Shirt rum. Super. Großartig. Peinlich. Das erklärt im Nachhinein auch, warum mich meine Schwedisch-Lehrerin so komisch angeschaut hat. Und ich saß auch noch direkt vor ihr. Peinlich sag ich euch. Aber schon wieder so peinlich, dass es wieder lustig ist. Lasse philosophiert jetzt immer was das eigentlich für eine Party sein könne, und schreibt wild an unser Bord: Kükenfest für alle. Naja. Er hat Spaß dran. Und ich glaube er will sich das Shirt auch mal ausleihen. Andere meinte ich solle es mal auf nen Kravall anziehen und die Reaktionen abwarten. Sollte ich so wagemütig sein und es im Rausch tun - ich werde euch ggf. berichten. An dieser Stelle vielen Dank für die Aufmerksamkeit.